Unternehmensführung

Förderungen für Handwerker: Zuschüsse, Kredite und Programme 2026

Agentino Team

11 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Weniger als 30 % der anspruchsberechtigten Handwerksbetriebe nutzen verfügbare Förderprogramme
  • KfW-Gründerkredit bietet bis zu 125.000 Euro mit 80 % Haftungsfreistellung
  • Beim Meister-BAföG werden bis zu 75 % der Kosten gefördert – inkl. Bestehensbonus und Gründerbonus
  • Digitalisierungszuschüsse decken bis zu 50 % der Investitionskosten ab
  • Regionale Programme wie der Digitalbonus Bayern bieten bis zu 50.000 Euro Zuschuss
  • Antrag muss immer VOR Beginn des Vorhabens gestellt werden

Warum viele Handwerksbetriebe Fördergeld verschenken

Deutschland fördert Handwerksbetriebe so umfangreich wie kaum ein anderes Land in Europa. KfW-Kredite, BAFA-Zuschüsse, Digitalisierungsprämien, Meister-BAföG, Innovationsförderung – das Angebot ist riesig. Und trotzdem nutzen laut Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) weniger als 30 Prozent der anspruchsberechtigten Betriebe die verfügbaren Förderprogramme.

Die Gründe sind immer die gleichen: Zu wenig Zeit für Papierkram, unübersichtliche Angebote, Angst vor bürokratischem Aufwand. Dabei können die richtigen Förderungen den Unterschied machen – ob für die Existenzgründung, die Digitalisierung oder die energetische Sanierung.

In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Förderungen 2026 für Handwerksbetriebe in ganz Deutschland verfügbar sind – von bundesweiten Programmen bis zu regionalen Angeboten in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und darüber hinaus.

KfW-Kredite: Die wichtigsten Programme für Handwerker

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist die größte Förderbank Deutschlands und bietet Handwerksbetrieben zinsgünstige Kredite für verschiedene Zwecke.

KfW-Unternehmerkredit (037/047)

Der Klassiker für bestehende Betriebe:

  • Für wen: Unternehmen, die seit mindestens 5 Jahren am Markt sind
  • Kredithöhe: Bis zu 25 Millionen Euro
  • Verwendung: Investitionen, Betriebsmittel, Warenbestände
  • Zinssatz: Ab 1,0 % effektiv (Stand 2026, abhängig von Bonität)
  • Laufzeit: Bis zu 20 Jahre bei Investitionen, bis zu 5 Jahre bei Betriebsmitteln
  • Tilgungsfreie Anlaufjahre: Bis zu 3 Jahre

Ob du als SHK-Betrieb in München eine neue Werkstatt brauchst, als Elektrikerbetrieb in Hamburg deinen Fuhrpark erneuern willst oder als Tischlerei in Dresden eine CNC-Fräse anschaffst – der KfW-Unternehmerkredit macht es finanzierbar.

ERP-Gründerkredit – StartGeld (067)

Speziell für Gründer und junge Betriebe:

  • Für wen: Existenzgründer und Betriebe unter 5 Jahre
  • Kredithöhe: Bis zu 125.000 Euro
  • Besonderheit: 80 % Haftungsfreistellung – die KfW übernimmt einen Großteil des Kreditrisikos
  • Zinssatz: Ab 0,75 % effektiv (Stand 2026)
  • Laufzeit: Bis zu 10 Jahre

Wer sich im Handwerk selbständig machen möchte, findet hier eine der attraktivsten Finanzierungsquellen. Die 80-prozentige Haftungsfreistellung ist besonders wichtig, weil viele Hausbanken Gründern ohne Sicherheiten sonst keinen Kredit geben.

KfW-Energieeffizienzprogramm (295)

Für energetische Investitionen im Betrieb:

  • Für wen: Alle Unternehmen, die in Energieeffizienz investieren
  • Kredithöhe: Bis zu 25 Millionen Euro
  • Tilgungszuschuss: Bis zu 6 % der Kreditsumme
  • Verwendung: Energieeffiziente Maschinen, Beleuchtung, Heizung, Gebäudedämmung

Besonders interessant für Klimatechnikbetriebe, die selbst in ihre Werkstatt investieren, und für Dachdeckerbetriebe, die eigene Gebäude energetisch sanieren.

BAFA-Zuschüsse: Geld, das nicht zurückgezahlt werden muss

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergibt echte Zuschüsse – also Geld, das du nicht zurückzahlen musst. Das ist besonders attraktiv.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Die BEG fördert energetische Sanierungsmaßnahmen – und davon profitieren Handwerksbetriebe doppelt: als ausführender Betrieb (mehr Aufträge) und als Gebäudebesitzer (für eigene Werkstätten und Büros).

MaßnahmeFördersatzMax. Fördersumme
Heizungstausch (Wärmepumpe)Bis zu 70 %21.000 €
Gebäudedämmung15–20 %12.000 €
Fensteraustausch15–20 %12.000 €
Heizungsoptimierung15–20 %12.000 €
Solarthermie25–35 %Variabel

Für Heizungsbauer und Klimatechniker in ganz Deutschland bedeutet die BEG einen dauerhaften Auftragsschub. Kunden, die wissen, dass sie 70 Prozent der Kosten einer Wärmepumpe gefördert bekommen, entscheiden sich schneller für den Auftrag.

BAFA-Beratungszuschuss

Weniger bekannt, aber extrem wertvoll:

  • Förderung für Unternehmensberatung: Bis zu 80 % der Beratungskosten (maximal 3.200 Euro in neuen Bundesländern, 2.400 Euro in alten Bundesländern)
  • Für wen: Bestehende KMU, die sich zu Strategie, Organisation, Finanzen oder Digitalisierung beraten lassen
  • Berater: Muss BAFA-zugelassen sein

Ein Malerbetrieb in Erfurt hat sich über das Programm zu Digitalisierung und Prozessoptimierung beraten lassen. Von den 4.000 Euro Beratungskosten hat das BAFA 3.200 Euro übernommen. Der Betrieb hat anschließend seine Büroprozesse komplett umgestellt und spart seitdem 10 Stunden pro Woche.

Digitalisierungsprämie: Förderung für digitale Werkzeuge

Die Digitalisierung ist ein Kernthema der Förderlandschaft 2026. Mehrere Programme unterstützen Handwerksbetriebe gezielt bei der Einführung digitaler Lösungen.

go-digital (BMWi)

Das Bundesförderprogramm für Digitalisierung:

  • Fördersatz: Bis zu 50 % der Beratungskosten
  • Maximale Förderung: 16.500 Euro
  • Module: Digitalisierungsstrategie, IT-Sicherheit, digitale Markterschließung
  • Für wen: KMU mit weniger als 100 Mitarbeitern und maximal 20 Millionen Euro Jahresumsatz

Das Programm eignet sich perfekt, wenn du deinen Betrieb digital aufstellen willst: von der eigenen Website über ein digitales Auftragsmanagement bis hin zu einem KI-Telefonassistenten wie Agentino, der deine telefonische Erreichbarkeit sicherstellt, während du auf der Baustelle bist.

Digital Jetzt (BMWi)

Investitionszuschüsse für Hard- und Software:

  • Fördersatz: Bis zu 40 % (bis zu 50 % bei bestimmten Investitionen)
  • Maximale Förderung: 50.000 Euro pro Unternehmen
  • Verwendung: Software, Hardware, IT-Sicherheit, Mitarbeiterschulungen
  • Mindestinvestition: 17.000 Euro

Typische förderfähige Investitionen für Handwerker:

  • ERP- und Branchensoftware
  • Digitale Terminplanung und Dispositionssysteme
  • Cloud-Infrastruktur und mobile Endgeräte
  • Digitale Kommunikationslösungen
  • IT-Sicherheitsmaßnahmen

Meister-BAföG (AFBG): Förderung für die Meisterausbildung

Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG), besser bekannt als Meister-BAföG, ist eines der attraktivsten Programme für Handwerker, die ihren Meister machen wollen.

Was wird gefördert?

  • Lehrgangs- und Prüfungsgebühren: Bis zu 15.000 Euro (50 % als Zuschuss, 50 % als zinsgünstiges Darlehen)
  • Materialkosten für Meisterstück: Bis zu 2.000 Euro (50 % Zuschuss)
  • Unterhaltsförderung: Bei Vollzeitmaßnahmen monatliche Zuschüsse zum Lebensunterhalt
  • Bestehensbonus: 50 % des Restdarlehens werden bei bestandener Prüfung erlassen
  • Existenzgründungsbonus: Weitere 50 % Erlass bei Existenzgründung innerhalb von 3 Jahren

Rechenbeispiel: Meisterkurs Elektrotechnik

PositionKostenFörderungEigenanteil
Lehrgangsgebühren10.000 €5.000 € Zuschuss + 5.000 € Darlehen0 €
Meisterstück Material1.500 €750 € Zuschuss750 €
Nach Bestehen2.500 € Darlehenserlass
Bei Gründung1.250 € Darlehenserlass
Effektiver Eigenanteil11.500 €9.500 €2.000 €

Ein angehender Elektromeister in Nürnberg, der nach dem Meisterkurs einen eigenen Betrieb gründet, zahlt am Ende effektiv nur rund 2.000 Euro für seine Meisterausbildung. Das ist eine der besten Renditen, die du als Handwerker auf eine Investition erzielen kannst.

Regionale Förderprogramme: Was dein Bundesland bietet

Neben den bundesweiten Programmen gibt es in jedem Bundesland eigene Förderungen. Hier die wichtigsten für Handwerksbetriebe:

Bayern: Digitalbonus und LfA-Förderung

  • Digitalbonus Bayern: Bis zu 50.000 Euro Zuschuss (bis zu 50 % der Investition) für Digitalisierung und IT-Sicherheit. Besonders beliebt bei Handwerksbetrieben in München, Augsburg, Regensburg und Franken.
  • LfA Förderbank Bayern: Zinsgünstige Universalkredite ab 0,75 % für Investitionen, Betriebsmittel und Existenzgründungen
  • Meisterbonus Bayern: 3.000 Euro Prämie für jeden bestandenen Meisterabschluss – geschenkt, ohne Rückzahlung

Nordrhein-Westfalen: Mittelstandsförderung

  • Mittelstand Innovativ & Digital (MID): Bis zu 15.000 Euro Zuschuss für Digitalisierungsprojekte und Innovationsvorhaben
  • NRW.BANK Gründungskredit: Kredite ab 25.000 Euro mit günstigen Konditionen für Gründer und junge Betriebe in Düsseldorf, Köln, Dortmund und dem Ruhrgebiet
  • Potenzialberatung NRW: Bis zu 500 Euro pro Beratungstag für Betriebe ab 10 Mitarbeitern – für Organisationsentwicklung, Digitalisierung und Fachkräftesicherung

Baden-Württemberg: Innovationsgutscheine

  • Innovationsgutschein A: Bis zu 2.500 Euro für wissenschaftliche Beratung bei Innovationsprojekten
  • Innovationsgutschein B: Bis zu 5.000 Euro für Entwicklungsprojekte
  • Innovationsgutschein Hightech Digital: Bis zu 20.000 Euro speziell für Digitalisierung – beliebt bei Betrieben in Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Ulm
  • L-Bank Förderkredite: Zinsgünstige Finanzierung für Investitionen und Betriebsmittel

Weitere Bundesländer im Überblick

BundeslandProgrammFörderung
NiedersachsenNiedersachsen Digital aufgeLadenBis zu 10.000 € für Digitalisierung
HessenDigi-ZuschussBis zu 10.000 € (50 % der Kosten)
SachsenE-Business-FörderungBis zu 50.000 € für IT-Projekte
ThüringenDigitalbonus ThüringenBis zu 15.000 € für Digitalisierung
BrandenburgBrandenburgischer InnovationsgutscheinBis zu 75.000 € für Innovationen
Schleswig-HolsteinMittelstandsförderung SHZinsgünstige Kredite über IB.SH

Egal ob du als Zimmerer in Sachsen, als Stuckateur in Hessen oder als Landschaftsgärtner in Brandenburg arbeitest – in deinem Bundesland gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Förderprogramm, das zu deiner Situation passt.

Antragstellung: So klappt es mit der Förderung

Die beste Förderung nützt nichts, wenn der Antrag abgelehnt wird. Die häufigsten Gründe für Ablehnungen – und wie du sie vermeidest:

Die 7 häufigsten Fehler bei der Antragstellung

  1. Zu spät beantragt: Die meisten Förderprogramme verlangen, dass du den Antrag vor Beginn des Vorhabens stellst. Wer zuerst kauft und dann den Antrag stellt, geht leer aus.
  2. Falsche Unterlagen: Fehlende Jahresabschlüsse, unvollständige Businesspläne, fehlende Kostenvoranschläge – alles Gründe für Ablehnung.
  3. Falsches Programm gewählt: Nicht jedes Programm passt zu jedem Vorhaben. Wer einen Digitalisierungszuschuss für den Kauf eines Transporters beantragt, bekommt eine Absage.
  4. De-minimis-Grenze überschritten: Viele Förderprogramme fallen unter die De-minimis-Regelung: Maximal 300.000 Euro Beihilfe innerhalb von 3 Jahren.
  5. Keine Eigenmittel nachgewiesen: Die meisten Programme erwarten einen Eigenanteil von 30–60 Prozent.
  6. Kombination von Förderprogrammen missachtet: Manche Programme lassen sich kombinieren, andere nicht. Hier kann ein Berater helfen.
  7. Verwendungsnachweise vergessen: Nach der Förderung musst du belegen, wofür das Geld verwendet wurde. Fehlende Nachweise können Rückforderungen auslösen.

Schritt-für-Schritt zur erfolgreichen Antragstellung

  1. Vorhaben definieren: Was genau willst du investieren? Wie hoch sind die Kosten?
  2. Förderprogramm recherchieren: Welches Programm passt? Bundesweit, Landesebene, kommunal?
  3. Beratung nutzen: Handwerkskammer, IHK oder BAFA-zugelassener Berater (oft selbst gefördert!)
  4. Unterlagen zusammenstellen: Businessplan, Kostenvoranschläge, Jahresabschlüsse, Finanzplan
  5. Antrag stellen: Vor Beginn des Vorhabens – Reihenfolge ist entscheidend
  6. Genehmigung abwarten: Erst nach schriftlicher Zusage mit der Investition beginnen
  7. Vorhaben umsetzen: Wie im Antrag beschrieben
  8. Verwendungsnachweis einreichen: Rechnungen, Kontoauszüge, Projektbericht

Beratungszuschüsse: Hilfe bei der Förder-Navigation

Die Förderlandschaft ist komplex – und genau deshalb gibt es Zuschüsse für die Beratung zur Förderung. Klingt paradox, ist aber Realität:

  • Handwerkskammer-Beratung: Kostenlos. Jede Handwerkskammer in Deutschland bietet Fördermittelberatung an – von der HWK Düsseldorf über die HWK München bis zur HWK Berlin.
  • BAFA-Beratungsförderung: Bis zu 80 % der Kosten für externe Unternehmensberatung (siehe oben)
  • Gründungsberatung der Länder: In vielen Bundesländern gibt es spezielle Beratungsprogramme für Gründer – oft vollständig kostenlos

Ein Schlüsseldienstbetrieb in Dortmund hat sich über die kostenlose Fördermittelberatung seiner Handwerkskammer informiert und anschließend drei verschiedene Förderprogramme kombiniert: KfW-Kredit für die Werkstatterweiterung, Digitalbonus für neue Software und BAFA-Zuschuss für eine Energieberatung. Gesamtförderung: über 35.000 Euro.

Förderung der Digitalisierung: Warum 2026 der richtige Zeitpunkt ist

Die Bundesregierung und die Landesregierungen haben die Digitalisierung des Handwerks als Priorität erkannt. Die Fördermittel für digitale Investitionen sind 2026 so hoch wie nie zuvor.

Typische förderfähige Digitalisierungsprojekte im Handwerk:

  • Branchensoftware: Handwerkersoftware für Angebote, Rechnungen, Auftragsmanagement
  • Digitale Kommunikation: KI-gestützte Telefonlösungen wie Agentino, die für 59 Euro im Monat die telefonische Erreichbarkeit sicherstellen – gerade für Betriebe, die 30 Prozent ihrer Anrufe verpassen, eine lohnende Investition
  • Cloud-Lösungen: Dokumentenmanagement, Projektmanagement, Zeiterfassung
  • Mobile Endgeräte: Tablets und Smartphones für Monteure
  • Website und Online-Marketing: Professionelle Webpräsenz, SEO-Optimierung
  • IT-Sicherheit: Firewall, Virenschutz, Datensicherung, DSGVO-Compliance

Die Digitalisierung im Handwerk ist kein Luxus mehr – sie ist Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit. Und mit den aktuellen Förderprogrammen musst du nur einen Bruchteil der Kosten selbst tragen.

Fördermittel für Fachkräftesicherung

Der Fachkräftemangel ist eines der größten Probleme im Handwerk. Auch hier gibt es Förderprogramme:

Weiterbildungsförderung

  • Qualifizierungschancengesetz: Die Arbeitsagentur fördert Weiterbildungen von Beschäftigten mit bis zu 100 % der Lehrgangskosten und bis zu 75 % der Lohnkosten während der Weiterbildung
  • Bildungsprämie: Bis zu 500 Euro Zuschuss für individuelle Weiterbildung
  • Aufstiegs-BAföG: Nicht nur für den Meister, sondern auch für Techniker- und Fachwirt-Ausbildungen

Ausbildungsförderung

  • Ausbildungsprämie: In vielen Bundesländern gibt es Prämien für die Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze
  • Einstiegsqualifizierung (EQ): Die Arbeitsagentur zahlt einen Zuschuss zur Vergütung von Praktikanten, die auf eine Ausbildung vorbereitet werden
  • Ausbildungsverbünde: Kleine Betriebe können sich zusammenschließen, um gemeinsam auszubilden – oft gefördert durch Kammern und Landesregierungen

Für Dachdeckerbetriebe in Niedersachsen, Malerbetriebe in Sachsen-Anhalt und Zimmereien im Schwarzwald kann die Weiterbildungsförderung den Unterschied machen: Statt einen Mitarbeiter für die Fortbildung freistellen zu müssen und gleichzeitig den Lohn weiterzuzahlen, übernimmt die Arbeitsagentur einen Großteil der Kosten.

Energetische Sanierung: Doppelt profitieren

Handwerksbetriebe profitieren von der Energieförderung gleich doppelt:

  1. Mehr Aufträge: Kunden nutzen die Förderung, um Sanierungen in Auftrag zu geben
  2. Eigene Kosten senken: Die Förderung gilt auch für eigene Werkstätten und Gebäude

Steuerliche Förderung (§ 35c EStG)

Alternativ zur BAFA-Förderung können Eigentümer die Kosten energetischer Sanierungsmaßnahmen steuerlich absetzen:

  • 20 % der Kosten, maximal 40.000 Euro, verteilt auf 3 Jahre
  • Gilt für selbstgenutzte Wohngebäude älter als 10 Jahre
  • Maßnahmen müssen von einem Fachbetrieb ausgeführt werden

Der letzte Punkt ist entscheidend: Nur Fachbetriebe dürfen die Arbeiten ausführen. Das sichert Handwerksbetrieben einen geschützten Markt. Heizungsbauer, Dachdecker, Klimatechniker und Elektrikerbetriebe haben hier einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Fördermittel-Kombination: Maximale Förderung herausholen

Viele Betriebe nutzen nur ein Programm – dabei lassen sich mehrere Förderungen oft clever kombinieren:

Beispiel: Digitalisierung eines SHK-Betriebs in Stuttgart

InvestitionKostenFörderprogrammFörderung
Branchensoftware + Hardware25.000 €Digital Jetzt10.000 € (40 %)
Digitalisierungsberatung4.000 €BAFA-Beratung2.400 € (60 %)
IT-Sicherheit5.000 €Innovationsgutschein BW2.500 € (50 %)
Energieeffiziente Beleuchtung8.000 €KfW 2951.600 € (20 % TZ)
Gesamt42.000 €16.500 € (39 %)

Durch geschickte Kombination von vier Programmen hat dieser Betrieb fast 40 Prozent seiner Investitionen gefördert bekommen. Der Schlüssel: rechtzeitige Planung und fachkundige Beratung.

Häufige Irrtümer über Fördermittel

  • „Förderung gibt es nur für Gründer“ – Falsch. Die meisten Programme richten sich an bestehende Betriebe.
  • „Der Aufwand lohnt sich nicht“ – Falsch. Bei Zuschüssen von 2.500 bis 50.000 Euro lohnt sich auch ein mehrstündiger Antrag.
  • „Ich bin zu klein für Förderung“ – Falsch. Viele Programme richten sich gezielt an Kleinstbetriebe und Soloselbständige.
  • „Das dauert ewig“ – Teilweise. Einige Programme genehmigen innerhalb von 4–6 Wochen. Andere dauern länger. Früh anfangen hilft.
  • „Förderung heißt Kontrolle“ – Bedingt. Du musst nachweisen, wofür das Geld verwendet wurde, aber es gibt keine dauerhafte staatliche Überwachung deines Betriebs.

Checkliste: Fördermittel für deinen Handwerksbetrieb

  1. Bedarf definieren: Was willst du investieren? Digitalisierung, Maschinen, Weiterbildung, Immobilie?
  2. Förderdatenbank prüfen: förderdatenbank.de des Bundeswirtschaftsministeriums durchsuchen
  3. Handwerkskammer kontaktieren: Kostenlose Erstberatung nutzen
  4. Antrag VOR Investition stellen: Reihenfolge einhalten
  5. Eigenanteil sicherstellen: Bonität und Eigenmittel nachweisen
  6. Kombination prüfen: Können mehrere Programme kombiniert werden?
  7. Fristen beachten: Antragsfrist, Umsetzungsfrist, Nachweisfrist
  8. Verwendungsnachweise aufbewahren: Alle Rechnungen, Verträge, Kontoauszüge dokumentieren

Fazit: Fördermittel als strategischer Vorteil

Die Förderlandschaft für Handwerksbetriebe in Deutschland ist 2026 so vielfältig wie nie zuvor. Ob du als junger Meister in Freiburg gründest, als etablierter Trockenbaubetrieb in Leipzig digitalisierst oder als Landschaftsgärtner in Lübeck in neue Maschinen investierst – es gibt ein passendes Programm.

Der erste Schritt ist der wichtigste: Informiere dich. Die kostenlose Beratung deiner Handwerkskammer, die BAFA-Fördermittelberatung und die Reduktion des Büroaufwands durch digitale Werkzeuge machen den Einstieg leichter als gedacht. Wer die verfügbaren Mittel strategisch nutzt, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil – und investiert in die Zukunft seines Betriebs.

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Themen

#Förderungen #Zuschüsse #KfW #BAFA #Digitalisierung #Meister-BAföG #Handwerk #Finanzierung

Häufig gestellte Fragen

Kann ich als Handwerker mehrere Förderprogramme gleichzeitig nutzen?

Ja, in vielen Fällen lassen sich Förderprogramme kombinieren. Wichtig ist, die Kumulierungsregeln zu beachten: Die Gesamtförderung darf in der Regel die De-minimis-Grenze von 300.000 Euro in drei Jahren nicht überschreiten. Eine Fachberatung bei der Handwerkskammer hilft bei der optimalen Kombination.

Wann muss ich den Förderantrag stellen?

Grundsätzlich gilt: Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. Das bedeutet, du darfst keine Verträge unterschreiben, keine Bestellungen aufgeben und keine Anzahlungen leisten, bevor die Förderzusage vorliegt. Sonst verlierst du den Anspruch.

Welche Förderung gibt es für den Meisterbrief?

Das Aufstiegs-BAföG (Meister-BAföG) fördert Lehrgangsgebühren bis 15.000 Euro (50 % als Zuschuss) und Materialkosten bis 2.000 Euro. Bei bestandener Prüfung werden 50 % des Restdarlehens erlassen, bei Existenzgründung weitere 50 %. Effektiv kostet dich der Meister damit nur einen Bruchteil.

Gibt es Zuschüsse für die Digitalisierung meines Handwerksbetriebs?

Ja, gleich mehrere Programme: go-digital fördert bis zu 16.500 Euro für Beratung, Digital Jetzt bis zu 50.000 Euro für Hard- und Software. Dazu kommen Landesprogramme wie der Digitalbonus Bayern oder der Innovationsgutschein BW. Die Fördersätze liegen zwischen 40 und 50 Prozent.

Wie finde ich das richtige Förderprogramm für meinen Betrieb?

Die Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums (förderdatenbank.de) listet alle Programme. Einfacher ist der Weg über die kostenlose Fördermittelberatung deiner Handwerkskammer – dort kennt man die passenden Programme für dein Gewerk und deine Region.

Lohnt sich der Aufwand der Antragstellung für kleine Betriebe?

Ja. Selbst Soloselbständige und Kleinstbetriebe können Zuschüsse zwischen 2.500 und 50.000 Euro erhalten. Der Aufwand für die Antragstellung liegt typischerweise bei 4–8 Stunden – bei einem Zuschuss von beispielsweise 10.000 Euro ergibt das einen Stundenlohn von über 1.000 Euro.

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