Das Wichtigste in Kürze
- 60 % aller Aufträge kommen erst nach dem zweiten oder dritten Kontakt zustande
- Erstes Nachfassen idealerweise 3-5 Tage nach Angebotsversand per Telefon
- Kombinieren Sie Kanäle: Telefon, E-Mail und SMS für maximale Wirkung
- Vermeiden Sie die größten Fehler: gar nicht nachfassen oder zu aggressiv sein
- Jedes Angebot braucht einen klaren Status und nächsten Schritt im System
- Konsequentes Nachfassen steigert die Abschlussquote um 20-40 Prozent
Warum Angebote nachfassen im Handwerk so wichtig ist
Sie schreiben ein ausführliches Angebot, kalkulieren sorgfältig - und dann? Stille. Kein Anruf, keine Rückmeldung, keine Angebotsannahme. Das kennt fast jeder Handwerksbetrieb. Studien zeigen: Bis zu 80 % aller Angebote im Handwerk werden nicht aktiv nachverfolgt. Gleichzeitig bestätigen Vertriebsexperten, dass rund 60 % aller Aufträge erst nach dem zweiten oder dritten Kontakt zustande kommen.
Wer Angebote nicht nachfasst, verschenkt also bares Geld. Das gilt für Elektriker, SHK-Betriebe, Maler und jeden anderen Handwerksbetrieb gleichermassen. Dabei geht es nicht um Aufdringlichkeit - sondern um professionelles Nachfassen von Angeboten, das Vertrauen schafft und Ihre Abschlussquote deutlich steigert.
Angebote nachfassen: Der richtige Zeitpunkt
Timing ist beim Nachfassen entscheidend. Zu früh wirkt drängend, zu spät hat der Kunde längst einen anderen Dachdecker oder Schreiner beauftragt. Hier die bewährte Faustregel:
| Zeitpunkt | Aktion | Kanal |
|---|---|---|
| Tag 1 | Angebot versenden und kurz bestätigen | E-Mail oder Brief + SMS |
| Tag 3-5 | Erstes Nachfassen: Angebot angekommen? Fragen? | Telefon (bevorzugt) |
| Tag 7-10 | Zweites Nachfassen: Entscheidung getroffen? | E-Mail oder SMS |
| Tag 14-21 | Letztes Nachfassen: Freundliche Erinnerung | Telefon oder E-Mail |
Wichtig: Bei größeren Projekten - etwa einer Heizungssanierung oder einem Dachstuhl - dürfen die Intervalle etwas länger sein, da Kunden hier mehr Entscheidungszeit benötigen.
Angebote nachfassen per Telefon: Vorlagen und Tipps
Der telefonische Nachfass ist der wirksamste Kanal. Sie erreichen den Kunden direkt, können auf Einwände reagieren und ein Gespräch führen. Hier ein bewährter Gesprächsleitfaden:
Beispiel-Telefonskript:
"Guten Tag Herr/Frau [Name], hier ist [Ihr Name] von [Firma]. Ich rufe kurz an wegen des Angebots, das ich Ihnen am [Datum] für [Projekt] geschickt habe. Ist das Angebot bei Ihnen angekommen und haben Sie dazu noch Fragen?"
Lassen Sie den Kunden antworten. Typische Antworten und Ihre Reaktion:
- "Ich habe mich noch nicht entschieden" → "Kein Problem, ich verstehe das. Gibt es noch offene Punkte, bei denen ich helfen kann? Wann darf ich mich nochmal melden?"
- "Das ist mir zu teuer" → "Danke für die Offenheit. Darf ich fragen, welches Budget Sie sich vorgestellt haben? Vielleicht finden wir eine Lösung."
- "Wir haben einen anderen Handwerker beauftragt" → "Danke für die Rückmeldung. Darf ich fragen, was den Ausschlag gegeben hat? Für zukünftige Projekte stehe ich gerne zur Verfügung."
Nachfassen von Angeboten schriftlich: E-Mail- und SMS-Vorlagen
Nicht jeden Kunden erreicht man telefonisch. Gerade juengere Kunden bevorzugen oft schriftliche Kommunikation. Hier bewährte Vorlagen:
E-Mail-Vorlage: Erstes Nachfassen (Tag 3-5)
Betreff: Ihr Angebot für [Projekt] - Fragen?
Guten Tag Herr/Frau [Name],
letzte Woche habe ich Ihnen unser Angebot für [Projekt kurz beschreiben] zugesendet. Ich wollte kurz nachfragen, ob das Angebot bei Ihnen angekommen ist und ob Sie noch Fragen dazu haben.
Gerne können wir auch telefonisch offene Punkte besprechen. Sie erreichen mich unter [Telefon].
Beste Grüße
[Name], [Firma]
SMS-Vorlage: Kurze Erinnerung (Tag 7-10)
Hallo Herr/Frau [Name], hier [Name] von [Firma]. Kurze Frage: Haben Sie sich schon zu unserem Angebot für [Projekt] entschieden? Bei Fragen melden Sie sich gerne. Schoene Grüße!
E-Mail-Vorlage: Letztes Nachfassen (Tag 14-21)
Betreff: Angebot [Projekt] - noch aktuell?
Guten Tag Herr/Frau [Name],
vor etwa zwei Wochen haben Sie ein Angebot von uns für [Projekt] erhalten. Da ich bisher keine Rückmeldung erhalten habe, wollte ich höflich nachfragen, ob noch Interesse besteht oder sich Ihre Planung geändert hat.
Falls Sie sich bereits anderweitig entschieden haben, wäre ich für eine kurze Rückmeldung dankbar - das hilft mir bei der Planung.
Herzliche Grüße
[Name], [Firma]
Häufige Fehler beim Angebote nachfassen
Auch beim Nachfassen kann man einiges falsch machen. Diese Fehler sollten Sie vermeiden:
- Gar nicht nachfassen: Der größte Fehler. Viele Handwerker schicken das Angebot raus und warten passiv auf die Angebotszusage. Das führt zu unnötig vielen verlorenen Aufträgen.
- Zu aggressiv nachfassen: Täglich anrufen oder Druck ausueben schreckt Kunden ab. Halten Sie die empfohlenen Intervalle ein.
- Nur per E-Mail nachfassen: E-Mails gehen unter. Kombinieren Sie Kanäle - Telefon ist am wirksamsten, SMS als Ergänzung.
- Kein System haben: Wer Angebote auf Zetteln notiert, verliert den Überblick. Ab 10+ offenen Angeboten brauchen Sie ein System.
- Zu spät nachfassen: Wer erst nach drei Wochen anruft, hat den Auftrag längst an den Wettbewerber verloren.
- Nur den Preis verteidigen: Beim Nachfassen geht es nicht nur um den Preis. Betonen Sie Zuverlässigkeit, Qualität und Termintreue - das sind im Handwerk oft wichtigere Entscheidungsfaktoren.
- Handwerker Angebot weitergeben lassen: Manche Kunden leiten Ihr Angebot an andere Betriebe weiter, um Preise zu drücken. Kennzeichnen Sie Angebote als vertraulich und personalisiert.
Angebote verfolgen: So behalten Sie den Überblick
Wer als Fliesenleger, Bodenleger oder Trockenbauer mehrere Angebote pro Woche schreibt, braucht ein System. Sonst vergessen Sie das Nachfassen schlicht.
Mögliche Systeme zum Angebote-Tracking:
- Excel-Tabelle: Einfach, aber manuell. Spalten: Kunde, Projekt, Datum, Status, nächster Nachfass-Termin.
- Handwerker-Software: Tools wie Craftview, openHandwerk oder Streit V.1 bieten Angebotsverfolgung.
- CRM-System: Für größere Betriebe lohnt sich ein einfaches CRM, um Kundenhistorie und Angebote zu tracken.
- KI-Assistent: Moderne KI-Lösungen können Angebote automatisch nachverfolgen und Sie an fällige Nachfass-Termine erinnern.
Egal welches System Sie wählen - wichtig ist, dass jedes Angebot einen klaren Status und einen nächsten Schritt hat. Offene Angebote ohne Faelligkeit fallen garantiert durch das Raster.
Kennzahlen: So messen Sie Ihren Nachfass-Erfolg
Um Ihren Prozess beim Angebote schreiben und nachfassen zu verbessern, sollten Sie diese Zahlen kennen:
- Angebotsquote: Wie viele Anfragen führen zu einem Angebot?
- Abschlussquote: Wie viele Angebote führen zu einem Auftrag? (Ziel: mindestens 30-50 %)
- Durchschnittliche Entscheidungsdauer: Wie lange brauchen Kunden bis zur Zusage?
- Ablehnungsgründe: Warum entscheiden sich Kunden gegen Sie? Preis? Termin? Keine Antwort?
Betriebe, die diese Kennzahlen tracken und konsequent nachfassen, berichten von einer Steigerung der Abschlussquote um 20-40 % - ohne mehr Angebote schreiben zu müssen.
Automatisch Angebote nachfassen mit KI
Viele Handwerksbetriebe wissen, dass Nachfassen wichtig ist - aber im Tagesgeschäft bleibt es liegen. Zwischen Baustelle, Material bestellen und neuen Anfragen fehlt schlicht die Zeit, jeden Kunden nochmal anzurufen.
Genau hier kann KI-gestützte Automatisierung helfen. Stellen Sie sich vor: Ein System erinnert Sie automatisch an fällige Nachfass-Termine, verschickt vorformulierte Nachrichten zum richtigen Zeitpunkt und hält den Status jedes Angebots aktuell - ohne dass Sie daran denken müssen.
Mit Agentino können Sie genau das umsetzen: Der KI-Telefonassistent für Handwerker nimmt nicht nur Anrufe entgegen, wenn Sie auf der Baustelle sind, sondern erinnert Sie an offene Angebote und hilft Ihnen, den Überblick zu behalten. So geht kein Angebot mehr verloren - und Sie gewinnen die Aufträge, die Ihnen sonst durch Nicht-Nachfassen entgangen wären. Ab 59 Euro/Monat automatisieren Sie Ihre Kundenkommunikation und steigern Ihre Abschlussquote messbar.
Zusätzlich sind App und Dashboard bereits im Einstiegspaket enthalten, damit neue Anfragen auch unterwegs sofort sichtbar bleiben.
Themen
Häufig gestellte Fragen
Wann sollte man ein Angebot nachfassen?
Das erste Nachfassen sollte 3-5 Tage nach Angebotsversand erfolgen, am besten per Telefon. Ein zweites Nachfassen per E-Mail oder SMS nach 7-10 Tagen und ein letztes nach 14-21 Tagen.
Wie oft darf man ein Angebot nachfassen?
In der Regel sind zwei bis drei Nachfass-Kontakte angemessen. Danach sollten Sie den Kunden nicht weiter bedraengen, sondern höflich um eine kurze Rückmeldung bitten.
Was sage ich beim telefonischen Nachfassen?
Stellen Sie sich vor, verweisen Sie auf das Angebot und fragen Sie, ob es angekommen ist und ob noch Fragen bestehen. Bleiben Sie freundlich und lösungsorientiert, nicht drängend.
Wie hoch sollte die Abschlussquote im Handwerk sein?
Eine gute Abschlussquote im Handwerk liegt bei 30-50 Prozent. Betriebe, die systematisch nachfassen, erreichen deutlich höhere Quoten als solche, die nur auf Rückmeldung warten.
Was tun wenn der Kunde nicht auf das Angebot reagiert?
Nach zwei bis drei Nachfass-Versuchen über verschiedene Kanäle sollten Sie eine letzte höfliche Nachricht senden und den Vorgang als vorlaeufig abgeschlossen markieren. Manchmal melden sich Kunden später von selbst.
Wie kann ich Angebote automatisch nachverfolgen?
Mit einer Handwerker-Software, einem einfachen CRM-System oder einem KI-Assistenten wie Agentino können Sie Angebote automatisch tracken und sich an fällige Nachfass-Termine erinnern lassen.
Hast du Fragen?
Wir beraten dich gerne persönlich zu deinen Anforderungen.