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Terminvergabe Zahnarzt automatisieren: Digitale Lösungen im Vergleich

Agentino Team

5 Min. Lesezeit
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Das Wichtigste in Kürze

  • 40 bis 50 Prozent aller Anrufe in Zahnarztpraxen betreffen Terminvergabe – der größte Einzelposten. Online-Terminbuchung reduziert terminbezogene Anrufe um 20 bis 35 Prozent, erreicht aber nicht alle Patienten. KI-Telefonassistenten erreichen auch ältere Patienten, die nicht online buchen – ab 59 Euro pro Monat. Die optimale Lösung kombiniert Online-Buchung mit einem KI-Telefonassistenten als Backup.

Warum die Terminvergabe das Nadelöhr jeder Zahnarztpraxis ist

Die Terminvergabe ist der häufigste Anlass für Anrufe in einer Zahnarztpraxis. Studien zeigen, dass 40 bis 50 Prozent aller eingehenden Anrufe Terminanfragen betreffen – neue Termine, Verschiebungen, Absagen und Nachfragen zur Terminverfügbarkeit.

Bei einer Praxis mit 100 Anrufen pro Tag bedeutet das: 40 bis 50 Anrufe nur für Termine. Jeder Anruf dauert im Schnitt 2 bis 4 Minuten – die ZFA verbringt also täglich 1,5 bis 3 Stunden ausschließlich mit Terminvergabe am Telefon. Zeit, die für Assistenz, Patientenbetreuung und Verwaltung fehlt.

Die gute Nachricht: Die Terminvergabe lässt sich teilweise oder vollständig automatisieren. Die Frage ist nur: Welche Lösung passt zu welcher Praxis?

Option 1: Online-Terminbuchung über Plattformen

Die bekannteste Lösung: Patienten buchen ihre Termine selbstständig online über Plattformen wie Doctolib, Jameda, Dr. Flex oder Samedi.

So funktioniert es

Die Praxis definiert ihre verfügbaren Termine, Behandlungsarten und Zeitfenster im System. Patienten können auf der Plattform oder über die Praxis-Website:

  • Verfügbare Termine in Echtzeit sehen
  • Eine Behandlungsart wählen (Prophylaxe, Kontrolle, Beratung, Schmerzbehandlung)
  • Einen passenden Termin buchen
  • Eine automatische Bestätigung per E-Mail oder SMS erhalten

Vorteile

  • 24/7 buchbar: Patienten können auch nachts und am Wochenende Termine buchen
  • Reduziert Telefonaufkommen: 20 bis 35 Prozent weniger terminbezogene Anrufe
  • Automatische Terminerinnerungen: Reduziert No-Shows um bis zu 40 Prozent
  • Neupatienten-Akquise: Plattformen wie Doctolib und Jameda bringen zusätzliche Sichtbarkeit

Nachteile und Einschränkungen

  • Kosten: Doctolib kostet Zahnarztpraxen ab 129 Euro pro Monat – Premium-Pakete deutlich mehr
  • Nicht für alle Patienten: Ältere Patienten und digital weniger versierte Menschen nutzen Online-Buchung selten
  • Nur Terminbuchung: Andere Anliegen (Rezepte, Fragen zur Behandlung, Heil- und Kostenplan) erfordern weiterhin einen Anruf
  • Plattform-Abhängigkeit: Die Praxis wird abhängig von der Plattform und deren Preispolitik
  • Kein persönlicher Kontakt: Der erste Kontakt mit der Praxis ist unpersönlich – kein Vorteil bei Neupatienten, die Beratung brauchen

Fazit: Online-Terminbuchung ist ein wertvolles Ergänzungswerkzeug, löst aber nur einen Teil des Problems. Die Praxis braucht weiterhin eine Lösung für die 65 bis 80 Prozent der Anrufe, die nicht online erledigt werden.

Option 2: Praxis-App mit Terminbuchung

Manche Praxen setzen auf eigene Praxis-Apps oder White-Label-Lösungen wie Dr. Unique, Ihr.digital oder CGM LIFE. Diese bieten neben der Terminbuchung oft weitere Funktionen:

  • Digitale Anamnese vor dem Termin
  • Befundmitteilung und Dokumentenaustausch
  • Push-Benachrichtigungen für Recall und Erinnerungen
  • Chat-Funktion mit der Praxis

Vorteile

  • Eigene Marke: Die App trägt den Namen der Praxis, nicht einer Plattform
  • Umfassender: Mehr Funktionen als reine Terminbuchung
  • Patientenbindung: Eine eigene App stärkt die Bindung an die Praxis

Nachteile

  • Geringe Nutzung: Patienten installieren ungern eine App für eine einzelne Praxis – die Downloadzahlen sind oft enttäuschend
  • Kosten: 100 bis 300 Euro pro Monat, je nach Anbieter und Funktionsumfang
  • Wartung: Apps müssen gepflegt, aktualisiert und supportet werden
  • Kein Ersatz fürs Telefon: Ältere Patienten nutzen keine App

Fazit: Praxis-Apps können für Stammpatientenbindung wertvoll sein, sind aber als primäres Terminbuchungstool zu eingeschränkt, da die Nutzerbasis meist zu klein bleibt.

Option 3: KI-Telefonassistent mit Terminvergabe

Die neueste Entwicklung: Ein KI-Telefonassistent, der Anrufe entgegennimmt und Termine direkt vergibt – am Telefon, im natürlichen Gespräch. Der Patient ruft an, spricht mit dem KI-Assistenten und hat am Ende einen festen Termin – ohne Wartezeit, ohne Besetztzeichen.

So funktioniert es

KI-Telefonassistenten wie Agentino werden per einfacher Rufumleitung mit der Praxisnummer verbunden. Wenn die ZFA nicht abnimmt (nach 3 bis 4 Klingelzeichen), übernimmt der Assistent:

  • Begrüßt den Patienten mit dem Praxisnamen
  • Fragt nach dem Anliegen (neuer Termin, Verschiebung, Schmerzfall)
  • Schlägt verfügbare Termine vor und bestätigt die Buchung
  • Erfasst bei Neupatienten Name, Geburtsdatum und Versicherung
  • Leitet dringende Anliegen (akute Schmerzen) sofort an die Praxis weiter

Vorteile

  • Erreicht alle Patienten: Auch ältere Patienten, die nicht online buchen – sie rufen einfach an wie gewohnt
  • 100 % Erreichbarkeit: Kein Besetztzeichen, keine Warteschleife
  • 24/7 verfügbar: Auch außerhalb der Sprechzeiten, in der Mittagspause und am Wochenende
  • Kein Medienbruch: Patient ruft an und hat am Ende des Gesprächs einen Termin – ohne App, ohne Internet
  • Günstig: Ab 59 Euro pro Monat
  • Multifunktional: Nicht nur Termine, auch Rezeptbestellungen, Rückrufbitten und Notfallweiterleitung

Nachteile

  • Gewöhnungsbedarf: Manche Patienten sind beim ersten Kontakt überrascht
  • Komplexe Beratung: Ausführliche Beratung zu Behandlungsoptionen oder Kostenvoranschlägen erfordert den menschlichen Kontakt

Fazit: Der KI-Telefonassistent ist die vielseitigste Lösung, weil er alle Patienten erreicht – auch die, die nicht online buchen wollen oder können.

Welche Lösung passt zu welcher Praxis?

Kleine Praxis (1 Zahnarzt, 2 ZFA)

Budget ist begrenzt, das Telefonproblem aber akut. Empfehlung: KI-Telefonassistent als primäre Lösung (ab 59 €/Monat). Ergänzend: kostenlose oder günstige Online-Buchung über Jameda oder die eigene Website.

Mittlere Praxis (2 Zahnärzte, 4–5 ZFA)

Genug Patienten für eine Online-Buchungsplattform. Empfehlung: Doctolib oder Samedi als Online-Kanal plus KI-Telefonassistent für alle Anrufe, die nicht online abgewickelt werden.

Große Praxis oder MVZ (3+ Zahnärzte)

Hohe Patientenzahlen erfordern maximale Automatisierung. Empfehlung: Vollständige Kombination aus Online-Buchung, Praxis-App für Stammpatientenbindung und KI-Telefonassistent als Backup für lückenlose Erreichbarkeit.

Implementierung: So starten Sie

Unabhängig davon, für welche Lösung Sie sich entscheiden – der Start ist einfacher als gedacht:

  • KI-Telefonassistent: Rufumleitung einrichten (5 Minuten), Praxisdaten konfigurieren (10 Minuten) → sofort einsatzbereit
  • Online-Terminbuchung: Konto erstellen, Termine und Behandlungsarten konfigurieren (1–2 Stunden) → in 1–2 Tagen live
  • Praxis-App: Anbieter auswählen, Daten einpflegen, Patienten informieren (2–4 Wochen)

Der schnellste Hebel ist der KI-Telefonassistent: 15 Minuten Einrichtung und ab sofort geht kein Anruf mehr verloren.

Fazit: Automatisierte Terminvergabe spart Zeit und gewinnt Patienten

Die Automatisierung der Terminvergabe ist kein Luxus, sondern eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Jede Minute, die die ZFA nicht am Telefon verbringt, kann sie für wertvollere Aufgaben nutzen – und jeder Patient, der sofort einen Termin bekommt, ist ein zufriedener Patient.

Die optimale Lösung hängt von der Praxisgröße und dem Budget ab. Aber eines gilt für alle: Ein KI-Telefonassistent ist die schnellste, günstigste und universellste Methode, die Terminvergabe zu automatisieren – weil er jeden Patienten erreicht, unabhängig von Alter und Digitalaffinität.

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Themen

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