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Bautagebuch führen: Pflicht, Vorlage und digitale Tools

Agentino Team

11 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei VOB-Verträgen und öffentlichen Aufträgen ist das Bautagebuch Pflicht – auch ohne Vertragspflicht ist es dringend empfohlen
  • Jeder Eintrag muss Wetter, Arbeitskräfte, Material, ausgeführte Leistungen, Mängel und Behinderungen enthalten
  • Das Bautagebuch ist im Rechtsstreit oft das entscheidende Beweismittel für Mängel und Nachträge
  • Digitale Tools wie Capmo, PlanRadar oder BauDoc sparen bis zu 50 Prozent Zeit gegenüber handschriftlicher Dokumentation
  • Fotos müssen systematisch erstellt werden – mit Zeitstempel, GPS und Zuordnung zum Tageseintrag
  • Aufbewahrungsfrist: Mindestens 10 Jahre, bei sicherheitskritischen Arbeiten 15–20 Jahre
  • Ein gutes Bautagebuch kostet 5–15 Minuten pro Tag und kann Tausende Euro an Streitkosten verhindern

Was ist ein Bautagebuch und warum ist es so wichtig?

Ein Bautagebuch ist die tägliche Dokumentation aller wesentlichen Vorgänge auf einer Baustelle. Es hält fest, was wann passiert ist: Wer war vor Ort? Welche Arbeiten wurden ausgeführt? Wie war das Wetter? Gab es Mängel oder Behinderungen? Das klingt nach bürokratischem Aufwand – ist aber eines der wichtigsten Werkzeuge, die ein Handwerksbetrieb auf der Baustelle haben kann.

Ob Dachdeckerbetrieb in Dortmund, Zimmereibetrieb im Schwarzwald oder SHK-Fachbetrieb in Leipzig – ein sorgfältig geführtes Bautagebuch schützt dich vor Streitigkeiten, sichert deine Ansprüche bei Nachträgen und ist im Rechtsstreit oft das entscheidende Beweismittel. In diesem Artikel erfährst du alles, was du über das Bautagebuch wissen musst: wann es Pflicht ist, was hinein gehört, welche digitalen Tools es gibt und wie du es effizient führst.

Wann ist ein Bautagebuch Pflicht?

Die Frage, ob ein Bautagebuch verpflichtend ist, hängt von der Vertragsgrundlage ab.

VOB/B §3 Abs. 5: Pflicht bei VOB-Verträgen

Nach VOB/B §3 Abs. 5 ist der Auftragnehmer verpflichtet, über seine Leistungen Aufzeichnungen zu führen, wenn der Auftraggeber es verlangt. In der Praxis wird bei nahezu allen öffentlichen Bauvorhaben und größeren privaten Bauvorhaben ein Bautagebuch vertraglich vorgeschrieben. Das bedeutet:

  • Öffentliche Aufträge: Bautagebuch ist fast immer Pflicht (über die Vergabeunterlagen geregelt)
  • VOB-Verträge mit Privatleuten: Pflicht, wenn der Auftraggeber es verlangt oder vertraglich vereinbart ist
  • BGB-Werkverträge: Keine gesetzliche Pflicht, aber dringend empfohlen

HOAI und Bauleitungspflicht

Für Bauleiter und Architekten schreibt die HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) das Bautagebuch als Teil der Leistungsphase 8 (Objektüberwachung) vor. Als ausführender Handwerker bist du nicht der Bauleiter – aber dein eigenes Bautagebuch ergänzt die Dokumentation und schützt dich zusätzlich.

Warum du auch ohne Pflicht ein Bautagebuch führen solltest

Selbst wenn vertraglich kein Bautagebuch verlangt wird, ist es aus folgenden Gründen unverzichtbar:

  • Beweissicherung: Bei Streitigkeiten über Mängel, Verzögerungen oder Nachträge ist das Bautagebuch das wichtigste Dokument
  • Nachtragsbegründung: Zusätzliche Leistungen und Behinderungen lassen sich nur durchsetzen, wenn sie zeitnah dokumentiert wurden
  • Innerbetriebliche Organisation: Du behältst den Überblick über Fortschritt, Personaleinsatz und Materialverbrauch
  • Kundenkommunikation: Transparente Dokumentation schafft Vertrauen beim Auftraggeber

Was muss in ein Bautagebuch? Pflichtinhalte im Detail

Ein vollständiges Bautagebuch enthält täglich folgende Informationen. Hier die Kernpunkte, die jeder Eintrag abdecken sollte:

1. Allgemeine Angaben

  • Datum und Kalenderwoche
  • Bauvorhaben (Bezeichnung, Adresse)
  • Auftraggeber
  • Auftragnehmer (dein Betrieb)
  • Bauabschnitt oder Geschoss

2. Witterung und Temperaturen

Die Wetterdokumentation ist kein Selbstzweck. Sie ist entscheidend für die Beurteilung von Behinderungen und Mängelursachen. Wenn eine Fassadendämmung bei unter 5 Grad nicht möglich ist, muss das dokumentiert sein.

  • Wetter morgens, mittags, abends (sonnig, bewölkt, Regen, Schnee, Frost)
  • Temperatur (Außen- und ggf. Innentemperatur)
  • Windverhältnisse (relevant für Dacharbeiten und Kranarbeiten)

3. Arbeitskräfte

  • Anzahl der eigenen Mitarbeiter vor Ort
  • Anzahl und Firma von Nachunternehmern
  • Anwesenheit von Bauleiter, Architekt, Sachverständigen
  • Arbeitszeiten (Beginn, Ende, Pausen)

4. Geräte und Material

  • Eingesetzte Maschinen und Großgeräte
  • Materiallieferungen (Art, Menge, Lieferant)
  • Materialprobleme (fehlende Lieferung, Qualitätsmängel)

5. Ausgeführte Leistungen

Das Herzstück des Bautagebuchs. Beschreibe konkret, was an diesem Tag gemacht wurde:

  • Art der Leistung (z. B. „Rohrleitungen im EG verlegt“, „Dachlatten montiert“, „WDVS Nordseite aufgebracht“)
  • Ort der Leistung (Geschoss, Raum, Achse)
  • Menge (m², lfd. Meter, Stück)
  • Leistungsstand in Prozent

6. Mängel und Behinderungen

Dieser Abschnitt ist rechtlich am wichtigsten:

  • Behinderungen: Wenn du nicht arbeiten kannst, weil der Vorgewerk nicht fertig ist, Material fehlt oder das Wetter es nicht zulässt – sofort dokumentieren! Eine Behinderungsanzeige nach VOB/B §6 muss schriftlich und unverzüglich erfolgen.
  • Mängel: Festgestellte Mängel am eigenen Werk oder am Werk anderer Gewerke
  • Besondere Vorkommnisse: Unfälle, Beschädigungen, Diebstahl, behördliche Kontrollen

7. Anweisungen und Absprachen

  • Mündliche Anweisungen des Bauleiters oder Auftraggebers
  • Änderungen gegenüber dem ursprünglichen Plan
  • Absprachen mit anderen Gewerken
  • Baubesprechungen und deren Ergebnisse

8. Fotodokumentation

Fotos sind die ideale Ergänzung zum schriftlichen Eintrag. Fotografiere:

  • Baufortschritt (täglich aus dem gleichen Winkel)
  • Verdeckte Leistungen vor dem Verschließen (Rohre, Leitungen, Dämmung)
  • Mängel und Schäden mit Detailaufnahme
  • Material bei Anlieferung

Muster-Vorlage: So sieht ein Bautagebuch-Eintrag aus

Hier eine Vorlage, die du als Tages-Eintrag verwenden kannst – egal ob handschriftlich oder digital:

FeldBeispieleintrag
Datum15.04.2026 (Mittwoch), KW 16
BauvorhabenSanierung EFH Müller, Birkenweg 12, 30159 Hannover
WetterMorgens: bewölkt, 8 °C / Mittags: sonnig, 14 °C / Abends: bewölkt, 10 °C, kein Niederschlag
ArbeitskräfteEigenes Personal: 3 Gesellen, 1 Azubi. Nachunternehmer: 2 MA der Firma Schuster (Gerüstbau)
Arbeitszeit07:00–16:30 Uhr (30 Min. Pause)
GeräteMischpumpe, 2x Bohrmaschine, Gerüst (Fa. Schuster)
MaterialLieferung: 120 m² EPS-Dämmplatten 160 mm (Lieferant: Sto), 40 Sack Klebemörtel
Ausgeführte LeistungenWDVS Westseite EG: Dämmplatten verklebt und verdübelt (ca. 45 m²). Fensterlaibungen Westseite armiert.
Mängel/BehinderungenKeine Behinderung. Hinweis: Riss im Mauerwerk an Westseite Achse 3 festgestellt – Auftraggeber informiert.
AnweisungenBauleiter Meier: Farbton Oberputz Westseite in RAL 7035 statt RAL 7032 – schriftliche Bestätigung angefordert.
Fotos5 Fotos: Baufortschritt Westseite, Riss Achse 3 (Detail), Materialanlieferung, Laibungsarmierung

Diese Vorlage kannst du als Grundlage für dein eigenes Bautagebuch verwenden. Im digitalen Format füllst du diese Felder in einer App aus; handschriftlich verwendest du einen vorgedruckten Block.

Handschriftlich vs. digital: Vor- und Nachteile

Beide Varianten haben ihre Berechtigung. Die Entscheidung hängt von deiner Betriebsgröße, der Art der Projekte und deiner persönlichen Präferenz ab.

KriteriumHandschriftlichDigital
KostenGünstig (Block ab 5 €)10–100 €/Monat (je nach Tool)
EinarbeitungKeine30–60 Minuten
Geschwindigkeit pro Eintrag10–20 Minuten5–10 Minuten
FotodokumentationSeparate Kamera, manuelle ZuordnungDirekt integriert
LesbarkeitAbhängig von HandschriftImmer lesbar
Durchschläge/KopienJa (Durchschreibeblock)Automatisch, mehrfach
SuchbarkeitManuell durchblätternVolltextsuche
Rechtliche AkzeptanzHoch (Original)Hoch (wenn revisionssicher)
WetterfestigkeitProblematisch bei RegenSmartphone/Tablet mit Schutzhülle
Offline-FähigkeitImmer verfügbarJe nach App möglich
Teilen mit AuftraggeberKopie übergeben oder scannenPDF-Export oder Echtzeit-Zugriff

Empfehlung: Für kleine Betriebe mit wenigen Baustellen reicht ein handschriftliches Bautagebuch. Ab 3–4 parallelen Baustellen oder bei öffentlichen Aufträgen lohnt sich der Umstieg auf ein digitales Tool, weil die Zeitersparnis und Übersichtlichkeit enorm sind.

Digitale Bautagebuch-Tools im Vergleich

Der Markt für digitale Bausoftware wächst rasant. Hier die wichtigsten Tools, die ein digitales Bautagebuch bieten:

Capmo

Capmo ist eine Baumanagement-Plattform aus München mit starkem Fokus auf Baudokumentation. Das Bautagebuch ist eines der Kernmodule.

  • Stärken: Intuitiv bedienbar, starke Fotodokumentation mit Plan-Verknüpfung, automatische Wetterübernahme, Offline-Fähigkeit
  • Zielgruppe: Mittlere bis große Betriebe, Bauleiter, Generalunternehmer
  • Preis: Ab ca. 39 €/Monat pro Nutzer

PlanRadar

PlanRadar aus Wien ist einer der Marktführer für digitale Baudokumentation in DACH. Das Tool wird von Handwerkern, Bauträgern und Facility Managern genutzt.

  • Stärken: Mängelmanagement, planbasierte Dokumentation, Aufgabenverteilung, umfangreiche Berichtsfunktion
  • Zielgruppe: Bauunternehmen, GU, große Handwerksbetriebe
  • Preis: Ab ca. 29 €/Monat pro Nutzer

BauDoc

BauDoc ist eine schlankere Lösung, die sich speziell an kleinere Handwerksbetriebe richtet.

  • Stärken: Einfache Bedienung, günstiger Preis, PDF-Export, Bautagebuch-Fokus
  • Zielgruppe: Kleine und mittlere Handwerksbetriebe
  • Preis: Ab ca. 15 €/Monat

Weitere Tools

  • Dalux: Dänischer Anbieter mit starker BIM-Integration – für technisch anspruchsvolle Projekte
  • Fieldwire: International verbreitet, gute mobile App, Fokus auf Aufgabenmanagement
  • 123erfasst: Deutscher Anbieter, der Zeiterfassung und Bautagebuch kombiniert – praktisch für Betriebe, die beides brauchen

Tool-Vergleichstabelle

ToolPreis (ab)Offline-ModusFoto-IntegrationPDF-ExportBetriebsgröße
Capmo39 €/MonatJaJa, mit PlanverknüpfungJaMittel bis groß
PlanRadar29 €/MonatJaJa, mit PlanverknüpfungJaMittel bis groß
BauDoc15 €/MonatTeilweiseJa, einfachJaKlein bis mittel
123erfasst20 €/MonatJaJaJaKlein bis mittel
DaluxAuf AnfrageJaJa, mit BIMJaMittel bis groß

Das Bautagebuch als Beweismittel: Rechtliche Bedeutung

In Baustreitigkeiten ist das Bautagebuch oft das entscheidende Dokument. Gerichte und Sachverständige greifen regelmäßig auf Bautagebücher zurück, um den Bauverlauf nachzuvollziehen.

Wann wird das Bautagebuch zum Beweismittel?

  • Mängelstreitigkeiten: Wer hat den Mangel verursacht? War das Vorgewerk fertig? Hat die Witterung eine Rolle gespielt?
  • Bauzeitverzögerung: Wer hat die Verzögerung verursacht? Lag eine Behinderung vor?
  • Nachtragsstreitigkeiten: Wurde eine zusätzliche Leistung angewiesen? Wann und von wem?
  • Gewährleistungsansprüche: Wurde die Leistung fachgerecht ausgeführt? Was sagt die Dokumentation?

Anforderungen an die Beweiskraft

Damit ein Bautagebuch vor Gericht Beweiskraft hat, muss es bestimmte Anforderungen erfüllen:

  • Zeitnah geführt: Einträge müssen am selben Tag oder spätestens am Folgetag erstellt werden. Nachträglich erstellte Einträge verlieren an Glaubwürdigkeit.
  • Vollständig: Jeder Arbeitstag muss dokumentiert sein – auch Tage ohne besondere Vorkommnisse.
  • Konkret: Vage Formulierungen wie „normale Arbeiten“ sind wertlos. Konkrete Angaben zu Leistungen, Mengen und Orten sind notwendig.
  • Konsistent: Widersprüche zwischen Bautagebuch und anderen Dokumenten (Aufmaß, Lieferscheine, Rechnungen) schwächen die Beweiskraft.
  • Unterschrieben: Handschriftliche Bautagebücher sollten täglich unterschrieben werden. Bei digitalen Tools gilt der Zeitstempel.

Praxis-Beispiel: Ein Stuckateurbetrieb in Nürnberg führt eine Fassadendämmung aus. Monate später reklamiert der Auftraggeber Risse im Putz. Das Bautagebuch des Stuckateurs belegt, dass am Tag der Putzarbeiten die Temperatur bei 3 Grad lag – unter der Verarbeitungsgrenze des Produkts. Der Bauleiter hatte trotzdem auf Weiterarbeit bestanden. Ohne das Bautagebuch wäre der Mangel dem Stuckateur angelastet worden.

Fotodokumentation: So machst du es richtig

Fotos sind im Streitfall oft überzeugender als jeder Text. Aber nur, wenn sie systematisch erstellt werden.

Was du fotografieren solltest

  • Täglicher Baufortschritt: Jeden Tag mindestens ein Übersichtsfoto aus dem gleichen Winkel
  • Vor dem Verschließen: Jede Leistung, die später nicht mehr sichtbar ist (Rohrleitungen, Elektroinstallation, Dämmung unter Putz, Abdichtungen)
  • Mängel am Vorgewerk: Bevor du mit deiner Arbeit beginnst, dokumentiere den Zustand
  • Materialanlieferung: Lieferschein und Material fotografieren
  • Besondere Situationen: Wassereintritt, Beschädigungen, Sicherheitsmängel

Tipps für gute Baustellenfotos

  • Immer ein Maßstab-Referenzobjekt ins Bild halten (Zollstock, Lineal)
  • GPS und Zeitstempel aktiviert lassen – das erhöht die Beweiskraft
  • Beschriften: Bild direkt in der App oder per Notiz dem Bautagebuch zuordnen
  • Bei Mängeln: Übersichtsfoto plus Detailaufnahme machen
  • Kein Filter, keine Bearbeitung – Originalfotos haben mehr Beweiskraft

10 Tipps für ein effizientes Bautagebuch

Das Bautagebuch soll dich schützen, nicht belasten. Mit diesen Tipps hältst du den Aufwand gering:

  1. Feste Routine einführen: Bautagebuch immer zur gleichen Zeit ausfüllen – am besten direkt nach Feierabend auf der Baustelle, noch vor der Heimfahrt.
  2. Vorlagen nutzen: Standardfelder vordefinieren, sodass du nur noch ausfüllen musst statt jedes Mal neu zu überlegen.
  3. Fotos sofort zuordnen: Nicht erst abends 50 Fotos sortieren, sondern direkt beim Fotografieren beschriften.
  4. Sprachnotizen nutzen: Viele digitale Tools erlauben Spracheingabe – schneller als Tippen auf der Baustelle.
  5. Wetterdaten automatisch eintragen: Digitale Tools übernehmen das Wetter automatisch vom Standort – spart Zeit und ist genauer.
  6. Auch langweilige Tage dokumentieren: Ein Eintrag wie „Arbeiten planmäßig fortgesetzt, keine Vorkommnisse“ dauert 30 Sekunden und erhöht die Glaubwürdigkeit.
  7. Behinderungen sofort melden: Neben dem Bautagebuch-Eintrag immer auch eine schriftliche Behinderungsanzeige an den Auftraggeber senden.
  8. Mitarbeiter einbeziehen: Der Vorarbeiter oder Polier kann den Eintrag vorbereiten – du prüfst und unterschreibst.
  9. Regelmäßig sichern: Handschriftliche Bücher kopieren oder scannen. Digitale Tools sichern automatisch in der Cloud.
  10. Lesbar schreiben: Ein unlesbares Bautagebuch ist wertlos. Im Zweifel lieber digital – niemand muss deine Handschrift entziffern.

Aufbewahrungsfristen für das Bautagebuch

Wie lange musst du das Bautagebuch aufbewahren? Das hängt von verschiedenen Fristen ab:

RechtsgrundlageFristErläuterung
Gewährleistung BGB5 JahreAb Abnahme – bei Bauwerken
Gewährleistung VOB/B4 JahreAb Abnahme
Steuerliche Aufbewahrung10 JahreWenn Bautagebuch als Beleg dient
Verjährung SchadensersatzBis 30 JahreBei arglistig verschwiegenen Mängeln (§ 634a BGB)
Haftung bei Personenschäden30 JahreVerjährungsfrist nach § 199 BGB

Empfehlung: Bewahre Bautagebücher mindestens 10 Jahre auf. Bei größeren Bauprojekten oder sicherheitskritischen Arbeiten (z. B. Elektroinstallation, Dachabdichtung, statische Arbeiten) sind 15–20 Jahre sinnvoll. Digitale Bautagebücher machen die Langzeitarchivierung deutlich einfacher als Papier.

Häufige Fehler beim Bautagebuch – und wie du sie vermeidest

Aus der Praxis wissen erfahrene Handwerker wie Malerbetriebe, Fliesenleger oder GaLaBau-Betriebe in ganz Deutschland: Bestimmte Fehler wiederholen sich immer wieder.

  • Nachträgliches Ausfüllen: Wer das Bautagebuch erst am Wochenende für die ganze Woche schreibt, vergisst Details und verliert Glaubwürdigkeit.
  • Zu vage Formulierungen: „Arbeiten ausgeführt“ sagt nichts. „32 m² Fliesen im Bad OG verlegt, Format 60x60, Feinsteinzeug grau“ ist brauchbar.
  • Mängel verschweigen: Wer Mängel am Vorgewerk nicht dokumentiert, riskiert, dafür mitverantwortlich gemacht zu werden.
  • Fotos ohne Kontext: 100 Fotos ohne Beschriftung und Zuordnung zum Bautagebuch sind im Streitfall schwer verwertbar.
  • Kein Eintrag bei Stillstand: Gerade die Tage, an denen nicht gearbeitet wurde (und warum), sind besonders wichtig zu dokumentieren.
  • Bautagebuch nie vorzeigen: Zeige dem Auftraggeber oder Bauleiter regelmäßig dein Bautagebuch – das schafft Transparenz und schreckt vor ungerechtfertigten Reklamationen ab.

Bautagebuch und Digitalisierung: Wie es in den Betriebsalltag passt

Das Bautagebuch ist nur ein Baustein der digitalen Dokumentation. In einem gut organisierten Betrieb ist es Teil eines größeren Systems:

  • Auftragsmanagement: Vom Kundenanruf über das Angebot bis zum Abnahmeprotokoll – alle Dokumente digital verknüpft.
  • Digitales Aufmaß: Aufmaße direkt vor Ort digital erfassen und dem Projekt zuordnen.
  • Rechnungsstellung: Aus dem Bautagebuch und dem Aufmaß direkt die Abschlagsrechnung erzeugen.
  • Kundenkommunikation: Während du auf der Baustelle das Bautagebuch führst, nimmt ein KI-Telefonassistent wie Agentino eingehende Anrufe entgegen – damit du dich auf Dokumentation und Ausführung konzentrieren kannst, ohne Aufträge zu verpassen.

Fazit: Das Bautagebuch ist deine Versicherung auf der Baustelle

Ein gut geführtes Bautagebuch kostet dich 5–15 Minuten pro Tag. Es kann dir aber Tausende Euro an Gewährleistungskosten, Nachtragsstreitigkeiten und Gerichtskosten ersparen. Ob handschriftlich oder digital – entscheidend ist, dass du es täglich, vollständig und konkret führst.

Für Handwerksbetriebe jeder Größe – vom Tischler in Bremen über den SHK-Betrieb in Frankfurt bis zum Zimmereibetrieb im Allgäu – ist das Bautagebuch eines der wichtigsten Werkzeuge auf der Baustelle. Nicht zum Bohren oder Schrauben, sondern zum Schützen deines Betriebs.

Und während du auf der Baustelle dokumentierst, sollte dein Telefon nicht klingeln und ins Leere laufen. Mit Agentino nimmt dein KI-Telefonassistent jeden Anruf professionell an, erfasst das Kundenanliegen und vereinbart Termine – für nur 59 €/Monat. So verpasst du keinen Auftrag, während du die Qualität deiner aktuellen Arbeit sicherst. Jetzt 30 Tage kostenlos testen.

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Themen

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Häufig gestellte Fragen

Ist ein Bautagebuch Pflicht?

Bei VOB-Verträgen ist das Bautagebuch Pflicht, wenn der Auftraggeber es verlangt (VOB/B §3 Abs. 5). Bei öffentlichen Aufträgen ist es fast immer vorgeschrieben. Bei BGB-Werkverträgen gibt es keine gesetzliche Pflicht, es ist aber als Beweismittel dringend empfohlen.

Was muss in ein Bautagebuch rein?

Jeder Tageseintrag sollte enthalten: Datum, Wetterverhältnisse und Temperaturen, Anzahl der Arbeitskräfte, eingesetztes Material und Geräte, ausgeführte Leistungen mit Mengenangaben, Mängel und Behinderungen, Anweisungen des Bauleiters sowie Fotos.

Handschriftlich oder digital – was ist besser?

Für kleine Betriebe mit wenigen Baustellen reicht ein handschriftliches Bautagebuch. Ab 3–4 parallelen Baustellen lohnt sich ein digitales Tool, weil es Zeit spart, Fotos direkt integriert und die Langzeitarchivierung vereinfacht. Rechtlich sind beide Varianten gleichwertig.

Wie lange muss ich ein Bautagebuch aufbewahren?

Mindestens 5 Jahre (BGB-Gewährleistung) bzw. 4 Jahre (VOB/B). Empfohlen werden 10 Jahre wegen steuerlicher Aufbewahrungspflichten. Bei sicherheitskritischen Arbeiten oder Personenschäden können Verjährungsfristen bis zu 30 Jahre betragen.

Welches digitale Bautagebuch-Tool ist das beste?

Das hängt von der Betriebsgröße ab. Capmo und PlanRadar eignen sich für mittlere bis große Betriebe mit umfassender Projektdokumentation. BauDoc und 123erfasst sind schlankere Lösungen für kleinere Handwerksbetriebe. Alle bieten Foto-Integration und PDF-Export.

Was passiert wenn ich kein Bautagebuch führe?

Du riskierst, bei Mängelstreitigkeiten oder Nachtragsforderungen keine Beweise vorlegen zu können. Ohne Dokumentation wird im Zweifel gegen dich entschieden. Außerdem können Behinderungen nicht nachgewiesen und Bauzeitverlängerungen nicht begründet werden.

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