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Steuerkanzlei Telefon auslagern: Sekretariat vs. digitale Lösungen

Agentino Team

6 Min. Lesezeit
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Das Wichtigste in Kürze

  • Steuerkanzleien erhalten 40 bis 100 Anrufe täglich – das Telefon auszulagern spart Zeit und erhöht die Mandantenzufriedenheit. Externes Sekretariat kostet ab 2.800 Euro monatlich, klassischer Telefonservice 400 bis 800 Euro, KI-Assistent ab 59 Euro. Hybride Lösungen kombinieren persönlichen Service in Kernzeiten mit KI-Assistenz außerhalb der Geschäftszeiten. KI-Telefonassistenten bieten 24/7-Erreichbarkeit, unbegrenzte Kapazität und konsistente Qualität bei niedrigsten Kosten.

Warum Steuerkanzleien über Telefonauslagerung nachdenken

In deutschen Steuerkanzleien klingelt das Telefon durchschnittlich 40 bis 80 Mal am Tag. Während der Steuererklärungssaison von Januar bis Mai steigt das Aufkommen auf bis zu 100 Anrufe täglich. Für eine Kanzlei mit zwei Steuerberatern und drei Steuerfachangestellten bedeutet das: Jeder Mitarbeiter wird alle 15 Minuten durch einen Anruf unterbrochen – mitten in der Bilanzerstellung, Lohnabrechnung oder Mandantenberatung.

Die Lösung, die viele Kanzleiinhaber in Betracht ziehen: das Telefon auslagern. Doch welche Option ist die richtige? Ein klassischer Telefonservice mit menschlichen Mitarbeitern? Ein virtuelles Sekretariat? Oder eine moderne KI-Lösung? Dieser Artikel vergleicht alle Optionen ehrlich und praxisnah.

Option 1: Internes Sekretariat aufstocken

Die naheliegendste Lösung ist die Einstellung einer zusätzlichen Sekretariatskraft, die primär für die Telefonannahme zuständig ist.

Vorteile

  • Persönlicher Kontakt: Mandanten sprechen mit einem Menschen, der die Kanzlei kennt
  • Kanzleikenntnis: Nach der Einarbeitung kennt die Sekretärin die Mandanten und ihre Anliegen
  • Multifunktionalität: Neben dem Telefon kann sie weitere Verwaltungsaufgaben übernehmen

Nachteile

  • Kosten: Mindestens 2.800 bis 3.500 Euro monatlich (Bruttolohn plus Arbeitgeberanteile, auch für eine Teilzeitkraft)
  • Fachkräftemangel: Qualifizierte Steuerfachangestellte sind am Arbeitsmarkt extrem gefragt – offene Stellen bleiben durchschnittlich 6 Monate unbesetzt
  • Ausfallzeiten: Bei Krankheit, Urlaub oder Mittagspause ist die Erreichbarkeit wieder ungesichert
  • Begrenzte Kapazität: Eine Person kann nur einen Anruf gleichzeitig führen – bei Stoßzeiten gehen trotzdem Anrufe verloren

Kosten pro Monat: 2.800 bis 3.500 Euro

Option 2: Klassischer externer Telefonservice

Externe Telefonservices beschäftigen geschulte Mitarbeiter, die im Namen Ihrer Kanzlei Anrufe entgegennehmen. Bekannte Anbieter im deutschsprachigen Raum sind Buero.de, Telefonservice.de oder eAssistance.

Vorteile

  • Sofort verfügbar: Einrichtung innerhalb weniger Tage, keine Personalsuche nötig
  • Flexible Kapazitäten: Mehrere Mitarbeiter im Pool – auch bei Stoßzeiten wird jeder Anruf angenommen
  • Menschliche Stimme: Anrufer sprechen mit einer realen Person
  • Kalenderbare Kosten: Monatliche Pauschale plus variable Gesprächsgebühren

Nachteile

  • Keine Kanzleikenntnis: Die Mitarbeiter kennen weder Ihre Mandanten noch Ihre Arbeitsweise – Anrufer merken schnell, dass sie mit einem externen Service sprechen
  • Eingeschränkte Auskünfte: Der Service kann nur Nachrichten aufnehmen, keine inhaltlichen Fragen beantworten
  • Qualitätsschwankungen: Je nach Tageszeit und Auslastung variiert die Qualität der Gesprächsführung
  • Datenschutzbedenken: Mandantendaten werden an einen externen Dienstleister übermittelt – ein sensibler Punkt für Steuerberater
  • Versteckte Kosten: Gesprächsgebühren von 1,50 bis 3,50 Euro pro Anruf summieren sich schnell

Kosten pro Monat: 200 bis 600 Euro Grundgebühr plus 1,50 bis 3,50 Euro pro Gespräch (bei 50 Anrufen/Monat: ca. 400 bis 800 Euro)

Option 3: Virtuelles Sekretariat

Virtuelle Sekretariate gehen einen Schritt weiter als reine Telefonservices: Sie übernehmen neben der Telefonannahme auch administrative Aufgaben wie Terminplanung, E-Mail-Bearbeitung und Korrespondenz.

Vorteile

  • Umfassende Entlastung: Nicht nur Telefon, sondern auch Verwaltung wird übernommen
  • Dedizierte Ansprechpartner: Im Idealfall hat Ihre Kanzlei eine feste Ansprechpartnerin
  • Skalierbar: Stundenweise buchbar, von 10 bis 40 Stunden pro Monat

Nachteile

  • Hohe Kosten: Qualifizierte virtuelle Assistenten kosten 25 bis 45 Euro pro Stunde
  • Einarbeitung nötig: Der virtuelle Assistent muss in die Kanzleiabläufe eingearbeitet werden
  • Nicht immer verfügbar: Bei gebuchten Stundenkontingenten ist die Erreichbarkeit auf bestimmte Zeiten begrenzt
  • Abhängigkeit von einer Person: Wenn der virtuelle Assistent ausfällt, gibt es oft keinen Ersatz

Kosten pro Monat: 500 bis 1.800 Euro (je nach gebuchtem Stundenkontingent)

Option 4: KI-Telefonassistent

Die neueste Option auf dem Markt sind KI-basierte Telefonassistenten, die mithilfe künstlicher Intelligenz Anrufe entgegennehmen und natürliche Gespräche führen. Anbieter wie Agentino für Steuerberater sind speziell auf Kanzleien zugeschnitten.

Vorteile

  • 24/7 verfügbar: Rund um die Uhr erreichbar, auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen
  • Unbegrenzte Kapazität: Kann mehrere Anrufe gleichzeitig bearbeiten – keine Warteschleifen
  • Konsistente Qualität: Jeder Anruf wird gleich professionell bearbeitet, unabhängig von Tageszeit oder Auslastung
  • Kanzlei-spezifische Konfiguration: Kann auf Kanzleiname, Leistungsspektrum und häufige Fragen trainiert werden
  • Strukturierte Erfassung: Anliegenerfassung, Dringlichkeit und Kontaktdaten werden automatisch dokumentiert
  • DSGVO-konform: Daten bleiben auf deutschen Servern
  • Sofort einsatzbereit: Einrichtung in weniger als 15 Minuten

Nachteile

  • Kein Mensch: Manche Mandanten bevorzugen den Kontakt mit einer realen Person – allerdings ist die Alternative oft kein Mensch, sondern ein besetztes Telefon
  • Keine inhaltliche Beratung: Der KI-Assistent kann keine steuerlichen Fachfragen beantworten (darf er auch nicht)
  • Akzeptanzhürde: Einige Mandanten müssen sich an die neue Technologie gewöhnen

Kosten pro Monat: ab 59 Euro (je nach Tarif und Anrufvolumen)

Der große Vergleich: Welche Lösung passt zu Ihrer Kanzlei?

Jede Lösung hat ihre Berechtigung. Die richtige Wahl hängt von der Größe Ihrer Kanzlei, Ihrem Budget und den Erwartungen Ihrer Mandanten ab.

Für die Einzelkanzlei (1 Steuerberater, 1-2 Mitarbeiter)

Empfehlung: KI-Telefonassistent. Geringstes Budget erforderlich, sofort einsatzbereit, 24/7 verfügbar. Ergänzen Sie mit festen Telefonzeiten, in denen Sie persönlich erreichbar sind.

Für die mittlere Kanzlei (2-4 Steuerberater, 5-10 Mitarbeiter)

Empfehlung: Kombination aus internem Telefondienst und KI-Assistent. Tagsüber nimmt das Sekretariat Anrufe an, bei Überlauf oder außerhalb der Geschäftszeiten springt der KI-Assistent ein.

Für die große Kanzlei (5+ Steuerberater, 15+ Mitarbeiter)

Empfehlung: Internes Sekretariat plus KI-Assistent als Backup. Bei einem hohen Anrufvolumen lohnt sich ein dediziertes Empfangsteam. Der KI-Assistent übernimmt Stoßzeiten, Mittagspausen und Wochenenden.

Hybride Lösungen: Das Beste aus beiden Welten

Die meisten erfolgreichen Kanzleien setzen nicht auf eine einzelne Lösung, sondern auf eine intelligente Kombination:

  • Kernzeiten (9-12 Uhr): Internes Sekretariat für persönliche Betreuung
  • Nachmittags (12-17 Uhr): KI-Telefonassistent als Hauptkanal, Sekretariat für Rückrufe und Verwaltung
  • Abends und Wochenende: KI-Telefonassistent für volle Erreichbarkeit
  • Steuererklärungs-Saison: KI-Assistent übernimmt höheren Anteil, damit das Team sich auf die fachliche Arbeit konzentrieren kann

Dieser hybride Ansatz bietet die beste Mandantenerfahrung bei kontrollierbaren Kosten. Mandanten erleben persönlichen Service in den Kernzeiten und professionelle Anrufannahme außerhalb – statt eines besetzten Telefons oder eines unbefriedigenden Anrufbeantworters.

Praxistipps für die Umstellung

Unabhängig von der gewählten Lösung sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Mandanten informieren: Kommunizieren Sie die Neuerung aktiv – per E-Mail, Brief oder im nächsten Gespräch
  • Testphase einplanen: Testen Sie die neue Lösung mindestens 4 Wochen, bevor Sie eine finale Entscheidung treffen
  • Feedback einholen: Fragen Sie gezielt Mandanten nach ihren Erfahrungen
  • Nachbearbeitung sicherstellen: Die beste Telefonlösung nützt nichts, wenn Rückrufe vergessen werden
  • Rufumleitung richtig konfigurieren: Definieren Sie klar, nach wie vielen Klingelzeichen die Umleitung greift

Fazit: Die richtige Lösung für Ihre Kanzlei finden

Das Telefon auslagern ist für die meisten Steuerkanzleien keine Frage des Ob, sondern des Wie. Die Zeiten, in denen jeder Mitarbeiter nebenbei ans Telefon ging, sind in einer professionellen Kanzlei vorbei.

Unsere Empfehlung: Starten Sie mit einem KI-Telefonassistenten wie Agentino als kostengünstige Basislösung und ergänzen Sie bei Bedarf weitere Bausteine. Die meisten Anbieter bieten eine kostenlose Testphase, sodass Sie ohne Risiko prüfen können, ob die Lösung zu Ihrer Kanzlei passt.

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Themen

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