Das Wichtigste in Kürze
- PSA (Persönliche Schutzausrüstung) muss der Arbeitgeber kostenlos stellen – bei Firmenkleidung mit Logo ebenfalls
- Sicherheitsschuhe: S1 für Innenbereich, S1P mit Durchtrittsicherung, S3 für Baustelle und Außenbereich
- Jedes Gewerk hat spezifische Anforderungen – vom Atemschutz für Maler bis zur Absturzsicherung für Dachdecker
- Budget pro Mitarbeiter: 600–1.200 € pro Jahr für die komplette Ausstattung
- Arbeitskleidung und PSA sind als Betriebsausgabe steuerlich voll absetzbar
- Einheitlicher Firmenlook mit Logo ist kostenloses Marketing auf jeder Baustelle
- In gute Sicherheitsschuhe investieren – schlechte Schuhe verursachen mehr Kosten durch Fußprobleme und frühen Verschleiß
Warum Arbeitskleidung im Handwerk mehr ist als ein Overall
Arbeitskleidung im Handwerk ist kein modisches Statement – sie schützt dich, repräsentiert deinen Betrieb und muss täglich funktionieren. Trotzdem tragen viele Handwerker, was gerade da ist: alte Jeans, das T-Shirt von der letzten Messe, Sicherheitsschuhe aus dem Baumarkt.
Das Problem: Wer an der falschen Stelle spart oder die PSA-Pflicht ignoriert, riskiert seine Gesundheit, seinen Versicherungsschutz und seinen professionellen Auftritt beim Kunden. Ob Elektriker in München, Dachdecker in Hamburg oder Maler in Berlin – die richtige Arbeitskleidung gehört zur Grundausstattung.
PSA-Pflicht: Was das Gesetz vorschreibt
Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist gesetzlich geregelt – durch die PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV) und die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften (BG). Als Arbeitgeber bist du verpflichtet, deinen Mitarbeitern die notwendige Schutzausrüstung kostenlos zur Verfügung zu stellen.
PSA-Kategorien
| Kategorie | Schutz gegen | Beispiele |
|---|---|---|
| Kategorie I | Geringe Risiken | Sonnenschutzbrille, leichte Handschuhe, Regenschutz |
| Kategorie II | Mittlere Risiken | Sicherheitsschuhe, Schutzbrillen, Gehörschutz, Warnwesten |
| Kategorie III | Schwere/tödliche Risiken | Absturzsicherung, Atemschutz, Chemikalienschutzanzüge |
Wichtig: Arbeitskleidung (z. B. Latzhose, Arbeitsjacke) ist nicht automatisch PSA. Erst wenn sie eine Schutzfunktion erfüllt und entsprechend zertifiziert ist, gilt sie als PSA. Eine normale Arbeitshose ist Kleidung – eine Schnittschutzhose für den Landschaftsgärtner ist PSA.
Wer zahlt die Arbeitskleidung?
- PSA: Immer der Arbeitgeber – ohne Wenn und Aber. Das gilt für Sicherheitsschuhe, Helme, Handschuhe, Schutzbrillen etc.
- Berufskleidung ohne Schutzfunktion: Keine gesetzliche Pflicht des Arbeitgebers. Kann aber im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag geregelt sein.
- Firmenkleidung (Corporate Identity): Wenn du einheitliche Kleidung mit Logo vorschreibst, musst du als Arbeitgeber dafür aufkommen.
Arbeitskleidung nach Gewerk: Was Profis tragen
Jedes Gewerk hat eigene Anforderungen an die Arbeitskleidung. Hier ein Überblick:
Elektriker
Elektriker brauchen Kleidung, die gegen elektrische Gefährdung schützt:
- Sicherheitsschuhe: S1P oder S3 mit durchtrittsicherem Schutz, isolierender Sohle
- Arbeitshose: Robust, mit vielen Taschen für Werkzeug und Messgeräte. Knieschutz sinnvoll.
- Oberteil: Eng anliegend (keine losen Teile, die in Maschinen geraten können)
- Handschuhe: Isolierende Schutzhandschuhe nach EN 60903 bei Arbeiten unter Spannung
- Besonderheit: Keine metallischen Reißverschlüsse oder Knöpfe bei Arbeiten an spannungsführenden Teilen
Dachdecker und Zimmerer
Dachdecker und Zimmerer arbeiten in der Höhe und bei jedem Wetter:
- Sicherheitsschuhe: S3 mit Profil, rutschfest, knöchelhoch. Bei Dacharbeiten oft Spezialschuhe mit weicher, griffiger Sohle.
- Zunftkleidung: Zimmerer tragen traditionell Kluft (schwarze Cordhose, Staude) – auch auf modernen Baustellen noch verbreitet, besonders in Bayern, Sachsen und Baden-Württemberg
- Helm: Pflicht bei Absturzgefahr und auf Baustellen
- Absturzsicherung: PSA Kategorie III – Auffanggurt, Seil, Anschlagpunkte
- Wetterschutz: Hochwertige Regenjacke, winddicht, atmungsaktiv
- Knieschutz: Integrierte Kniepolster oder separate Knieschoner
Maler und Lackierer
Maler brauchen Kleidung, die Farbe aushält und bei Lackierarbeiten schützt:
- Arbeitskleidung: Weiße Baumwollkleidung (traditionell), alternativ helle Arbeitshose mit Malerschürze
- Sicherheitsschuhe: S1 oder S1P, oft reicht eine leichtere Variante
- Atemschutz: Halbmaske mit Filtern bei Lackier- und Sprüharbeiten (PSA Kategorie III)
- Schutzbrille: Bei Sprüharbeiten und Fassadenreinigung
- Einwegoverall: Für Lackier- und Sprüharbeiten im Innenbereich
SHK (Heizung, Sanitär, Klima)
SHK-Handwerker und Klimatechniker arbeiten oft in beengten Räumen:
- Arbeitshose: Strapazierfähig, flexibel, mit Werkzeugtaschen
- Sicherheitsschuhe: S3, wasserdicht, da oft in feuchten Umgebungen
- Knieschutz: Unverzichtbar – viele Arbeiten werden kniend ausgeführt
- Handschuhe: Schnittfeste Handschuhe beim Arbeiten mit Kupfer- und Stahlrohren
- Atemschutz: Bei Löt- und Schweißarbeiten
Tischler und Schreiner
Tischler arbeiten mit Maschinen und Holzstaub:
- Arbeitshose: Eng anliegend, ohne lose Schnüre oder Bänder (Einzugsgefahr bei Maschinen)
- Sicherheitsschuhe: S1P mit Zehenschutzkappe
- Gehörschutz: Bei Arbeiten mit Kreissäge, Fräse, Hobelmaschine
- Schutzbrille: Gegen Holzsplitter und Staub
- Staubmaske: FFP2 bei intensiven Schleifarbeiten
Metallbauer und Schlosser
Metallbauer brauchen besonders robusten Schutz:
- Schweißerschutzkleidung: Flammhemmende Jacke und Hose nach EN ISO 11611
- Sicherheitsschuhe: S3, hitzebeständig, funkenresistent
- Schweißerhelm: Auto-Darkening, Schutzklasse nach EN 379
- Handschuhe: Leder-Schweißerhandschuhe, hitzebeständig
- Gehörschutz: Bei Schleif- und Trennarbeiten
Gebäudereinigung
Gebäudereiniger brauchen Schutz vor Chemikalien und Feuchtigkeit:
- Arbeitskleidung: Strapazierfähig, schnelltrocknend, oft Poloshirt mit Firmenlogo
- Sicherheitsschuhe: S2 oder S3, rutschfest auf nassen Böden
- Handschuhe: Chemikalienbeständig bei der Arbeit mit Reinigungsmitteln
- Atemschutz: Bei Arbeiten mit aggressiven Reinigungsmitteln
Sicherheitsschuhe: S1, S2 oder S3 – was brauchst du?
Sicherheitsschuhe sind in fast jedem Handwerksberuf Pflicht. Die Normen nach EN ISO 20345 definieren verschiedene Schutzstufen:
| Klasse | Zehenschutz | Antistatisch | Durchtrittsicher | Wasserdicht | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|---|
| S1 | Ja (200J) | Ja | Nein | Nein | Tischler, Maler, Gebäudereinigung (Innenbereich) |
| S1P | Ja (200J) | Ja | Ja | Nein | Elektriker, Tischler, Metallbauer (Werkstatt) |
| S2 | Ja (200J) | Ja | Nein | Ja | SHK (Innenbereich), Gebäudereinigung |
| S3 | Ja (200J) | Ja | Ja | Ja | Dachdecker, SHK, GaLaBau, Metallbauer, Bauarbeiten |
Praxistipp: Investiere in gute Sicherheitsschuhe. Du stehst 8–10 Stunden darin. Billige Schuhe aus dem Baumarkt für 40 € halten 3 Monate und ruinieren dir die Füße. Ein Marken-Sicherheitsschuh für 120–160 € hält ein Jahr und schont Gelenke und Rücken.
Die besten Marken für Handwerker-Arbeitskleidung
Der Markt für Workwear ist groß. Hier die Marken, die sich im Handwerk durchgesetzt haben:
| Marke | Stärken | Preisniveau | Besonders beliebt bei |
|---|---|---|---|
| Engelbert Strauss | Riesige Auswahl, schnelle Lieferung, gutes Preis-Leistung | Mittel | Allen Gewerken – Marktführer in Deutschland |
| Kübler | Hochwertige Verarbeitung, langlebig, guter Sitz | Mittel–Hoch | SHK, Elektriker, Metallbauer |
| BP (Bierbaum-Proenen) | Tradition, Qualität, guter Tragekomfort | Mittel–Hoch | Maler, Handwerker mit Kundenkontakt |
| Mascot | Skandinavisches Design, innovativ, funktional | Mittel–Hoch | Zimmerer, Tischler, GaLaBau |
| Blåkläder | Extrem robust, für harte Einsätze | Hoch | Dachdecker, Zimmerer, Baugewerbe |
| Fristads | Nachhaltigkeit, skandinavische Qualität | Hoch | Umweltbewusste Betriebe |
| Uvex (Schuhe) | Ergonomie, Komfort, Innovation | Mittel–Hoch | Alle Gewerke (speziell Sicherheitsschuhe) |
| Atlas (Schuhe) | Deutsche Qualität, breite Passformen | Mittel–Hoch | Alle Gewerke (speziell Sicherheitsschuhe) |
| Elten (Schuhe) | Leicht, komfortabel, modern | Mittel–Hoch | Elektriker, Tischler, Innenausbau |
Engelbert Strauss ist mit Abstand die bekannteste Marke im deutschen Handwerk. Vom Azubi in Flensburg bis zum Meister in Rosenheim – die orangefarbenen Pakete gehören zum Handwerker-Alltag. Aber es gibt gute Alternativen, besonders bei spezifischen Anforderungen.
Sommer vs. Winter: Arbeitskleidung nach Saison
Sommerarbeitskleidung
Im Sommer wird es auf dem Dach in Stuttgart oder auf der Baustelle in Leipzig leicht 35°C und heißer. Die Kleidung muss:
- Leicht und atmungsaktiv sein – Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester
- UV-Schutz bieten – besonders für Dachdecker und Landschaftsgärtner
- Feuchtigkeit ableiten – Funktionsunterwäsche statt Baumwoll-Shirt
- Kopfschutz nicht vergessen – Helm mit Nackenschutz oder Basecap mit UV-Schutz
Tipp: Kurze Hosen sind auf Baustellen oft nicht erlaubt (Verletzungsgefahr). Besser: Zip-Off-Hosen, die sich bei Bedarf kürzen lassen. Oder leichte lange Hosen aus dünnem Gewebe.
Winterarbeitskleidung
Im Winter auf der Baustelle in Norddeutschland oder im Bergland braucht es das Zwiebelprinzip:
- Schicht 1 – Baselayer: Funktionsunterwäsche (Merinowolle oder Synthetik), die Feuchtigkeit ableitet
- Schicht 2 – Midlayer: Fleecejacke oder Softshell für Isolation
- Schicht 3 – Outer: Wind- und wasserdichte Arbeitsjacke, idealerweise gefüttert
- Handschuhe: Gefüttert, aber noch griffig genug für Werkzeug
- Mütze/Helmunterzieher: Über 40 % der Körperwärme geht über den Kopf verloren
- Thermo-Sicherheitsschuhe: Gefüttert, mit isolierender Sohle
Ein Zimmerer auf dem Rohbau im Schwarzwald im Januar oder ein Schornsteinfeger auf dem Dach in Brandenburg bei Minus 10°C – ohne richtige Winterkleidung ist die Arbeit nicht nur unangenehm, sondern gefährlich. Unterkühlung und eingeschränkte Motorik führen zu mehr Unfällen.
Firmenlook: Corporate Identity durch Arbeitskleidung
Einheitliche Arbeitskleidung mit Firmenlogo ist mehr als Eitelkeit – sie ist Marketing, das du jeden Tag trägst.
Vorteile einheitlicher Firmenkleidung
- Professioneller Auftritt: Ein Team in einheitlicher Kleidung wirkt organisiert und vertrauenswürdig
- Wiedererkennung: Kunden erkennen deinen Betrieb sofort – auf der Baustelle und beim Nachbarn
- Teamgefühl: Mitarbeiter identifizieren sich stärker mit dem Betrieb
- Werbeeffekt: Jede Baustelle wird zur Werbefläche – kostenlos
Was gehört zum Firmenlook?
- Arbeitshose und -jacke in einheitlicher Farbe
- T-Shirts/Poloshirts mit Firmenlogo
- Eventuell Softshell-Jacke für den Übergang
- Logo auch auf der Winterjacke
Die Kosten für Bestickung oder Bedruckung liegen bei 5–15 € pro Teil. Bei Engelbert Strauss, Kübler oder BP kannst du Firmenlogo direkt bei der Bestellung mitbestellen. Ab 10–20 Teile gibt es bei den meisten Anbietern Mengenrabatte.
Ein SHK-Betrieb in Dortmund mit 8 Mitarbeitern in einheitlichem Look macht beim Kunden einen ganz anderen Eindruck als ein Team in zufälliger Kleidung. Der Firmenlook signalisiert: Hier kommt ein professioneller Betrieb.
Arbeitskleidung steuerlich absetzen
Die gute Nachricht: Arbeitskleidung ist steuerlich absetzbar – aber nicht jede Kleidung.
Was du absetzen kannst
- Typische Berufskleidung: Arbeitskleidung, die nur im Beruf getragen werden kann (Blaumann, Zunftkleidung, weiße Malerhose, Sicherheitsschuhe)
- PSA: Alle Schutzausrüstung – Helme, Handschuhe, Schutzbrillen etc.
- Kleidung mit Firmenlogo: Wenn dauerhaft eingestickt oder aufgedruckt (nicht abnehmbar)
- Reinigungskosten: Wäsche und Pflege der Arbeitskleidung
Was du NICHT absetzen kannst
- Alltagskleidung: Jeans, T-Shirts, Sneaker – auch wenn du sie nur auf der Arbeit trägst
- Kleidung ohne klare Berufszuordnung: Ein schwarzes Poloshirt ohne Logo ist Alltagskleidung
Für weitere Steuertipps im Handwerk haben wir einen separaten Leitfaden. Bei Fragen zur Absetzbarkeit besprich die Details mit deinem Steuerberater oder nutze deine Buchhaltungssoftware zur korrekten Erfassung.
Pflege und Haltbarkeit: So hält deine Arbeitskleidung länger
Qualitäts-Arbeitskleidung ist nicht billig. Damit sie möglichst lange hält:
- Waschhinweise beachten: Klingt banal, aber die meisten Arbeitshosen gehen durch zu heißes Waschen kaputt – nicht durch die Arbeit
- Spezialwaschmittel: Für Funktionskleidung und Membranstoffe keine Weichspüler verwenden
- Regelmäßig waschen: Schweiß und Schmutz greifen die Fasern an. Nicht erst waschen, wenn die Hose von allein steht
- Reparieren statt wegwerfen: Eine neue Naht oder ein Flicken kosten 5 € – eine neue Hose 80 €
- Mehrere Sets haben: Wer täglich wechselt, verdoppelt die Lebensdauer. Mindestens 3 Hosen und 5 T-Shirts pro Mitarbeiter
- Imprägnierung auffrischen: Outdoor-Arbeitskleidung regelmäßig nachimprägnieren
Die typische Lebensdauer einer guten Arbeitshose bei täglichem Einsatz: 6–12 Monate. T-Shirts: 3–6 Monate. Sicherheitsschuhe: 8–14 Monate. Winterjacken: 2–3 Saisons.
Normen und Zertifizierungen: Was die Kürzel bedeuten
Auf Arbeitskleidung und PSA findest du zahlreiche Normen. Die wichtigsten:
| Norm | Bedeutung | Relevant für |
|---|---|---|
| EN ISO 20345 | Sicherheitsschuhe (S1–S5) | Alle Gewerke |
| EN 388 | Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken | Metallbauer, SHK, Tischler |
| EN ISO 11611 | Schweißerschutzkleidung | Metallbauer, Schlosser |
| EN ISO 11612 | Hitzeschutzkleidung | Metallbauer, Schornsteinfeger |
| EN 343 | Wetterschutzkleidung | Dachdecker, Zimmerer, GaLaBau |
| EN 342 | Kälteschutzkleidung | Alle Gewerke (Winterarbeit im Freien) |
| EN ISO 20471 | Warnkleidung (Signalfarben) | Straßenbau, Dachdecker, GaLaBau |
| EN 361 | Auffanggurte (Absturzsicherung) | Dachdecker, Zimmerer |
| EN 397 | Industrieschutzhelme | Alle Gewerke auf Baustellen |
| EN 166 | Augenschutz | Tischler, Metallbauer, Maler |
Achte beim Kauf immer auf das CE-Zeichen und die zugehörige Norm. Produkte ohne CE-Kennzeichnung erfüllen nicht die gesetzlichen Anforderungen und dürfen als PSA nicht eingesetzt werden.
Budget-Planung: Was kostet die Ausstattung pro Mitarbeiter?
Eine realistische Jahresplanung für die Arbeitskleidung eines Mitarbeiters:
| Position | Menge pro Jahr | Kosten (ca.) |
|---|---|---|
| Arbeitshosen | 3 Stück | 180–270 € |
| T-Shirts/Poloshirts | 5 Stück | 75–150 € |
| Arbeitsjacke (Sommer) | 1 Stück | 60–120 € |
| Winterjacke | 1 Stück (alle 2–3 Jahre) | 50–80 € (umgelegt) |
| Sicherheitsschuhe | 1–2 Paar | 120–250 € |
| Handschuhe | 6–12 Paar | 30–120 € |
| Helm (bei Bedarf) | 1 Stück (alle 4 Jahre) | 10–30 € (umgelegt) |
| Gehörschutz, Brille | 1–2 Stück | 20–60 € |
| Logo/Bestickung | – | 40–80 € |
| Gesamt pro Mitarbeiter | 585–1.160 € |
Bei einem Betrieb mit 5 Mitarbeitern sind das 3.000–6.000 € pro Jahr. Klingt nach viel – ist aber steuerlich absetzbar, schützt vor Unfällen (und den damit verbundenen Ausfallkosten) und sorgt für einen professionellen Auftritt, der Kunden bindet.
Wo kaufen? Online vs. Fachhandel
- Online (engelbert-strauss.de, arbeitsschutz-express.de etc.): Große Auswahl, oft günstiger, schnelle Lieferung. Nachteil: Keine Anprobe.
- Fachhandel/Berufskleidungs-Center: Anprobe möglich, persönliche Beratung, Bestickung vor Ort. Gibt es in jeder größeren Stadt – in Düsseldorf, Essen, Leipzig, Augsburg.
- Baumärkte (Hornbach, Bauhaus etc.): Für Basics und Einzelteile. Sicherheitsschuhe hier aber kritisch – Auswahl und Qualität oft begrenzt.
Viele Betriebe bestellen die Grundausstattung online und gehen für Sicherheitsschuhe in den Fachhandel – weil die Passform bei Schuhen entscheidend ist und falsche Schuhe zu Fußproblemen führen.
Checkliste: Arbeitskleidung richtig beschaffen
- Gefährdungsbeurteilung erstellen: Welche PSA ist Pflicht?
- Normen und Zertifizierungen prüfen (CE-Zeichen)
- Schuhe im Fachhandel anprobieren – nicht blind online bestellen
- Mindestens 3 Hosen und 5 Shirts pro Mitarbeiter einplanen
- Sommer- und Winterkleidung einkalkulieren
- Firmenlogo auf die Kleidung – Wiedererkennung und Professionalität
- Pflegehinweise an Mitarbeiter kommunizieren
- Kosten als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen
- Jährliches Budget pro Mitarbeiter einplanen (ca. 600–1.200 €)
Fazit: Gute Arbeitskleidung ist eine Investition, keine Ausgabe
Die richtige Arbeitskleidung schützt deine Gesundheit, erfüllt gesetzliche Vorschriften und macht einen professionellen Eindruck beim Kunden. Wer bei der Workwear spart, zahlt am Ende mehr – durch Unfälle, Verschleiß und einen schlechten Auftritt.
Investiere in Qualität, achte auf die richtige PSA für dein Gewerk und nutze den Firmenlook als kostenloses Marketinginstrument. Ob Schlüsseldienst in Frankfurt, Glaser in Dresden oder Rohrreiniger in Köln – ein professionell gekleidetes Team öffnet Türen. Manchmal wortwörtlich.
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Häufig gestellte Fragen
Muss der Arbeitgeber Arbeitskleidung stellen?
PSA (Persönliche Schutzausrüstung) wie Sicherheitsschuhe, Helme und Handschuhe muss der Arbeitgeber immer kostenlos stellen – das ist gesetzlich vorgeschrieben. Bei normaler Arbeitskleidung ohne Schutzfunktion gibt es keine gesetzliche Pflicht, es kann aber im Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt sein. Firmenkleidung mit Logo muss der Arbeitgeber bezahlen.
Welche Sicherheitsschuhe brauche ich als Handwerker?
Das hängt vom Gewerk ab: S1 reicht für trockene Innenbereiche (Maler, Gebäudereinigung). S1P mit Durchtrittsicherung ist Standard für Elektriker und Tischler. S3 mit Wasserdichtigkeit und Durchtrittsicherung brauchst du auf Baustellen, im Freien und im SHK-Bereich.
Kann ich Arbeitskleidung steuerlich absetzen?
Ja – typische Berufskleidung (Blaumann, Zunftkleidung, Sicherheitsschuhe), PSA und Kleidung mit eingesticktem Firmenlogo sind als Betriebsausgabe absetzbar. Auch Reinigungskosten kannst du geltend machen. Normale Alltagskleidung wie Jeans oder T-Shirts ohne Logo ist nicht absetzbar.
Wie viel kostet Arbeitskleidung pro Mitarbeiter im Jahr?
Rechne mit 600–1.200 € pro Mitarbeiter und Jahr. Das umfasst 3 Arbeitshosen, 5 T-Shirts, Sicherheitsschuhe, Handschuhe, Jacken und ggf. Logo-Bestickung. Die Kosten sind steuerlich absetzbar.
Welche Arbeitskleidung brauche ich im Sommer und Winter?
Im Sommer: Leichte, atmungsaktive Kleidung aus Mischgewebe, UV-Schutz, Funktionsunterwäsche. Im Winter: Zwiebelprinzip mit Funktionsunterwäsche, Fleece und wind-/wasserdichter Außenjacke. Dazu gefütterte Sicherheitsschuhe und Handschuhe.
Engelbert Strauss oder Kübler – welche Marke ist besser?
Beide sind gute Wahl. Engelbert Strauss bietet die größte Auswahl, schnelle Lieferung und gutes Preis-Leistung-Verhältnis – ideal als Grundausstattung. Kübler punktet bei der Verarbeitung und Passform besonders im Premiumbereich. Viele Betriebe kombinieren: Strauss für T-Shirts und Basics, Kübler oder Mascot für Hosen und Jacken.
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